| Dokumentinformationen | ||
| Autor(en): | Wilfried Pröll | |
| Originalartikel: | Pröll, W. (2004): Was der Waldbesitzer über Harvester wissen sollte - Teil II. Land Technik Leute, Pöllau (Okt. 04): 18-20 | |
| Online-Version: | Stand: 07.12.2005 | |
| Redaktion: | BFW, A | |
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Was man über den Harvestereinsatz wissen sollte
Arbeitsvorbereitung, Durchführung und Logistik
Harvestereinsätze müssen gut geplant sein, was jedoch mehr Aufwand als für herkömmliche Holzernteverfahren erfordert. Da
es sich um teure Maschinen handelt, rechnen sich diese nur bei entsprechend hoher
Auslastung. Darüber hinaus ist auch die anschließende
Holzrückung und wegen des hohen Holzanfalles auf großer Fläche und in kurzer
Zeit auch die Holzabfuhr, die Lagerung und die Holzvermarktung gut vorzuplanen.
Erntevolumen für Harvestereinsatz abschätzen
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In den Fahrgassen soll Reisig untergelegt werden |
Für einen Harvestereinsatz müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Dazu
gehört in erster Linie das Auftragsvolumen. Denn die Überstellung eines
Harvesters ist, je nach Entfernung, mit hohen Kosten verbunden, speziell dann,
wenn ein Tieflader erforderlich ist.
Daher ist es notwendig den erwarteten
Holzanfall abzuschätzen. Je höher dieser ist, desto geringer ist die Festmeter-Belastung
für Planung, Überstellung etc. Erreicht ein einzelner Waldbesitzer das
wirtschaftliche Erntevolumen nicht, soll er in der Umgebung weitere
Interessenten für einen Harvestereinsatz werben. Die Holzdimensionen sollen nicht zu unterschiedlich sein, damit der Auftrag mit ein
und demselben Harvester durchgeführt werden kann.
Wenig Sinn hat es, ein
starkes Gerät im Schwachholzbereich einzusetzen, weil erstens die Leistung kaum
höher ist als bei einem für diese Dimension geeigneten, schwächeren Gerät und zweitens
die Betriebsstundenkosten bei größeren Geräten höher sind. Die wirtschaftliche
Untergrenze für einen Harvestereinsatz liegt je nach Gerätestärkeklasse bei
etwa 500 bis 1000 Festmeter.
Ein guter Unternehmer ist wichtig
Bei der Unternehmerwahl empfiehlt
es sich Informationen über die Anbieter einzuholen. Wichtig ist die Zuverlässigkeit bezüglich Vertragserfüllung und die Arbeitsqualität. Ebenso
sollte man sich über ortsübliche Preise für Harvesterernte informieren. Hat man
einen geeigneten Unternehmer gefunden, ist mit ihm der Einsatzort zu
besichtigen und danach der Preis für die Holzernte auszuhandeln. Maßgeblich für
den Preis, der meist in Festmeter ausgehandelt wird, sind der
Größenumfang des Auftrages, die Baumart und Baumdimensionen, die Nutzungsart,
ob Durchforstung, Kleinflächennutzung oder Endnutzung, die Befahrbarkeit des
Waldbodens, die Hangneigung, der Laub- und Nadelholzanteil, etc. Führt die
Rückung der Unternehmer durch, sind die Rückedistanzen, die Anzahl der
Lagerplätze und deren Lagergröße für den Preis ausschlaggebend. Hat der
Waldbesitzer einen Krananhänger oder ein anderes Rückemittel, kann er die
Rückung auch selbst durchführen. Dies ist natürlich bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen.
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Richtungspfeil |
Z-Baum |
Gassenbaumentnahme |
zu entnehmender Baum |
Auszeige bei Harvestereinsätzen
Bereits bei der Begehung ist auch zu klären, wer die Auszeige
durchführt. Werden nur wipfelbrüchige, geschälte,
von Steinschlag oder anderwärtig beschädigte Bäume entnommen, empfiehlt sich
trotzdem eine Auszeige, die aber keiner besonderen forstlichen Ausbildung
bedarf. Handelt es sich aber um eine fachlich anspruchsvolle waldbauliche
Maßnahme, wie zum Beispiel eine Auslesedurchforstung, muss dies ein Fachmann, am besten ein Förster, tun. Die zu
entnehmenden Bäume werden dabei in Augenhöhe mit Leuchtspray in Form eines 30
bis 40 cm langen Striches schräg über den Baum markiert. Dieses Zeichen kann der Fahrer rasch erkennen und seinen
Arbeitseingriff gezielt und schonend ausführen. Bäume in der Mitte der
Aufarbeitungsfläche, also in der Mitte zwischen den Harvestergassen, sind
beidseitig zu den Harvestergassen gerichtet, zu kennzeichnen. Z-Bäume sind mit einem weißen, verrottbaren, rund um den Stamm geführten
Band besonders zu kennzeichnen.
Bei der Auszeige ist auf die Kranreichweite des
eingesetzten Harvesters zu achten. Sie sollte nicht unter 9 bis 10 Meter liegen,
damit nur alle etwa 20 m eine Harvestergasse erforderlich ist. Die Gassenmitte
wird an den dort stehenden Bäumen mit einem Kreuz (Leuchtspray) gekennzeichnet.
Zur Gassenauszeige ist Erfahrung bei Harvestereinsätzen erforderlich. Der
Harvester muss von der Forststraße aus gut in die Gasse einfahren und die Gasse
befahren können. Dabei wäre von Vorteil, wenn der Fahrer selbst den Beginn und
den Verlauf der Gassen markiert. In jedem Fall ist ein Baum, der vielleicht aus
waldbaulichen Gründen belassen werden sollte, der Gassenbefahrbarkeit zu opfern.
Zeitplanung
Für den Einsatz ist der Zeitpunkt der Arbeitsdurchführung mit dem Unternehmer zu fixieren und eventuell ein Ersatztermin festzulegen. Dazu sind neben der Unternehmerverfügbarkeit auch die Besonderheiten des Einsatzortes zu berücksichtigen. Während Durchforstungen im Nadelholz bei schonender Arbeitsweise auch in den Sommermonaten möglich sind, müssen sie bei Laubholz (z.B. bei Buche) im Winterhalbjahr erfolgen. Weiters sind bekannte Regenperioden speziell dort zu meiden, wo es sich um weiche, anmoorige oder lehmige Böden (Flysch) handelt. Solche sollte man am besten in gefrorenem Zustand befahren. In steileren Lagen verhindert häufig Schnee den Harvestereinsatz. Von der Witterung und den Bodenverhältnissen betroffener als der Harvester selbst ist der Forwarder oder Krananhänger, mit denen die anschließende Holzrückung durchgeführt wird. Mehrmaliges Befahren ein und derselben Gasse erzeugt tiefe Fahrspuren, die bei steilerem Gelände später zu Erosionsrinnen führen, in denen das Erdreich speziell bei Starkregen weggeschwemmt wird. Auf jeden Fall ist nach dem Ernteeinsatz eine Prüfung hinsichtlich des vereinbarten Leistungsumfanges, der Einhaltung fixierter Termine, der Arbeitsqualität im Speziellen hinsichtlich Boden- und Bestandespfleglichkeit und sonstiger Vereinbarungen unerlässlich (Vorschlag für schriftlichen Arbeitsauftrag (Download, 350 kB), Quelle: Harvesterbroschüre des Kooperationsabkommens Forst-Platte-Papier).
Vor dem Einsatz Holzverkauf regeln
Vor Beginn des Ernteeinsatzes
muss bereits der Holzkäufer feststehen. Mit diesem ist über Holzmenge, Sortimente, Holzqualität und Holzpreis zu verhandeln. Der Fahrer muss bei der Ausformung
die Sortimentswünsche und Qualitätsansprüche bestmöglich berücksichtigen, damit
es bei der späteren Holzübernahme zu keinen Unstimmigkeiten und möglicherweise
Preisabstrichen kommt. Der Holzkäufer hat so für die Holzabfuhr zu sorgen, dass
die Lagerplätze nicht überquellen, wodurch eventuell längere Rückedistanzen zu
weiter entfernten Holzlagern entstehen. Zu klären ist auch, wer für die
Instandsetzung verursachter Schäden an Straßen, Böschungen etc. zu sorgen hat.
Links
Kontakt
- Wilfried Pröll
- Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
- Institut für Waldwachstum und Waldbau
- Mariabrunn, Hauptstraße 7
- A-1140 Wien
- Tel.:++43-1-87838-0
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33 Bewertung(en)
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| 20.06.2008 | Verfasser kugzierbmb17 |
| Kennzeichnung | |
| Ist die Kennzeichnung von Bäumen im Wald überall einheitlich oder wie alles andere in jedem Bundesland anders? | |
| Kommentar beantworten |
| 04.07.2008 | Verfasser lackner |
| Alles Vereinbarungssache | |
| Die Kennzeichnung von Bäumen unterliegt keiner Norm und kann daher vollkommen individuell erfolgen. Das einzig Wichtige: Der Waldbesitzer und die Holzerntepartie oder andere Nutznießer der Markierung müssen wissen, was mit den Markierungen gemeint ist. Also reine Vereinbarungssache. Lg Nikolaus Nemestothy (BFW) |
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