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Dirk Schmechel

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

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Artikel

Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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Mit GPS auf Schnitzeljagd

Cache
Abb. 1: Der "Schatz" ist gefunden; jetzt ein Stück aus der Schatztruhe gegen ein mitgebrachtes austauschen, noch ein paar Zeilen ins Logbuch schreiben und den Cache wieder in sein Versteck zurücklegen (Foto: S. Blaschke).

Die gute alte Schnitzeljagd erlebt in etwas anderer Form und unter etwas anderem Namen ein Comeback. Geocaching – zusammengesetzt aus geo = Erde und stash = Geheimversteck – verbindet die moderne Technik mit dem alten Spiel. Grundlagen sind der versteckte Cache, meist eine Frischhaltedose, die an einem markanten Ort im Wald versteckt wird, und ein GPS-Empfänger. Der Cache beinhaltet meist ein Logbuch, in das sich die Finder eintragen können und unterschiedlichste kleine Gegenstände, die als Tauschobjekte dienen.

Arten des Geocaching

Im Internet kann man kostenlos eine Vielzahl von Koordinaten herunterladen (vgl. Kasten). Diese gibt man in sein GPS ein und folgt der elektronischen Kompassnadel in Richtung des Verstecks. Vor Ort muss man dann "nur noch" das Versteck finden, was nicht immer so einfach ist. Je nach GPS-Gerät und GPS-Empfang ist man etwa zwei bis mitunter 50 Meter vom Ziel entfernt. Wird das Versteck gefunden, z.B. im Wurzelbereich der Bäume, trägt sich der Finder in das Logbuch ein und kann einen Gegenstand aus der "Schatzkiste" gegen einen anderen austauschen. Das ist die einfachste Form des Geocaching. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe anderer Arten:

  • Multi-Cache: im ersten Versteck liegen die Koordinaten des nächsten Verstecks, usw.
  • Earth-Cache: es sind geologisch interessante Stellen aufzuspüren, z.B. ein Findling oder eine Höhle
  • Event-Cache: beginnt oder findet zu einem bestimmten Ereignis statt, z.B. das "Cache in – Trash out" (CITO), bei dem Geocacher Müllsäuberungsaktionen veranstalten
  • Mystery-Cache: Rätsel sehr unterschiedlicher Art und Schwierigkeit; die dabei ermittelte Koordinate ist entweder der Cache oder der Beginn eines Multi-Caches
  • Nacht-Cache: meist ein Multi-Cache, bei dem die Stationen und Hinweise nur bei Dunkelheit wahrgenommen werden können (z.B. Reflektoren)

Geocaching im Internet
Bei den Geocaching-Seiten ist unter Umständen eine Registrierung erforderlich. Hier eine Auswahl von Geocaching-Links:

www.opencaching.de: Geocaching-Datenbank für Caches in Deutschland, frei nutzbar
www.geocaching.de: deutsche Informationsseite zum Geocaching, Registrierung erforderlich
www.cacheWiki.de: deutsche WIKI-Informationsseite zum Geocaching
www.geocaching.com: weltweit größte internationale Geocaching-Datenbank (englisch)

Geocaching in der Waldpädagogik

In vielen Umweltbildungseinrichtungen wird Geocaching schon als Aktivität genutzt. Gerade die Verbindung von Natur und Technik spricht viele junge Leute an. Diese können meist auch problemlos mit den Geräten umgehen. Das wichtigste Ziel dieser Aktivität ist das intensive Naturerlebnis, vor allem auch abseits der Wege. So erleben auch Jugendliche, die den Wald vermehrt nur noch als Kulisse wahrnehmen, diesen wieder hautnah. Diese Art von Aktivität ist für Kinder und Jugendliche ab der 6. Klasse bis hin zu Erwachsenen möglich.

Mit Gruppen wird am häufigsten das Multicaching durchgeführt. Eine Kleingruppe erhält eine Koordinate, an der sie den ersten Cache finden kann. Der beinhaltet die nächste Koordinate usw. Parallel dazu kann man auch auf bestimmte Situationen im Wald aufmerksam machen, z.B. indem die Route in ein Borkenkäferloch führt. Zudem können Fragen auf einem mitgeführten Arbeitsblatt zum Thema beantwortet werden. Die maximale Gruppengröße liegt bei höchstens fünf Personen pro GPS-Gerät. Sonst treten schnell Unstimmigkeiten oder Langeweile in der Gruppe auf.

Das führt zur Kostenfrage. Pro Schulklasse werden sechs bis sieben Geräte benötigt, die einen Neupreis von etwa 100 Euro haben. Oft scheitert daran die Durchführung solcher Projekte. Allerdings gibt es gebrauchte oder ältere Geräte auch schon für die Hälfte des Preises.

Probleme beim Durchführen

Hinweisbeispiel
Abb. 2: Außen am Cache angebrachte Hinweise können helfen, Missverständnisse zu vermeiden (Foto: S. Blaschke).

Die Internetanbieter von Geocache-Koordinaten verweisen auf ihren Seiten i.d.R. ausführlich auf richtiges Verhalten in der Natur hin und bitten um Rücksichtnahme auf andere Waldbesucher und jagdliche Belange. In Naturschutzgebieten oder Nationalparken darf Geocaching nur entlang der Wege oder überhaupt nicht durchgeführt werden.

Technische Probleme können auftreten, wenn der Satellitenempfang durch das Kronendach der Waldbestände oder starke Bewölkung beeinträchtigt ist. Ferner werden immer wieder Cache-Behälter oder die Geocacher selbst als "verdächtig" wahrgenommen, was in der Vergangenheit gelegentlich schon zu einem Polizei- oder Feuerwehreinsatz geführt hat. Daher ist es empfehlenswert den Grundstücksbesitzer rechtzeitig zu informieren und um Erlaubnis zu fragen. An der Außenseite des Cache angebrachte Hinweise können ebenfalls dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden.

Insgesamt gesehen ist das Geocaching eine interessante Methode, gerade Jugendliche und junge Erwachsene wieder in den Wald zu bringen und diese für die Belange der Forstwirtschaft zu interessieren.

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