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Daniela Weber

BMBF-Förderschwerpunkt "Nachhaltige Waldwirtschaft"
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ
Permoserstr. 15
D-04318 Leipzig

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Fax +49 (0)341 235 1384

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Artikel

Autor(en): Benjamin Haerdle, Daniela Weber (UFZ Leipzig)
Redaktion: WSL, Schweiz
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Nachhaltigkeit statt Romantik

80 Prozent der Deutschen befürworten die nachhaltige Nutzung des Waldes. Doch viele von ihnen wissen nur wenig über Wald und Forstwirtschaft. Angebote der Umweltbildung können weiterhelfen, aber wie?

Den Wald entdecken
Abb. 1 - Wie fassen sich Nadeln oder Blätter an, wie heißt der Baum, wie wird er genutzt? Aspekte der Nutzung sind in vielen umweltpädagogischen Programmen unterentwickelt, in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung müssen sie eine herausragende Rolle spielen.
Foto: Bianca Hesse, Berlin

Verklärt durch die siegreiche Schlacht der Germanen gegen die Römer im Teutoburger Wald, beeindruckt vom Märchenwald der Gebrüder Grimm, verzaubert von den Landschaftsbildern des Malers Caspar David Friedrich – so romantisch und mythisch sehen die Deutschen ihren Wald. Zumindest nahm man das bisher an. Doch diese Sicht ist längst nicht so weit verbreitet. Das belegen Ergebnisse des Ecolog-Instituts in Hannover und des Heidelberger sozialwissenschaftlichen Instituts Sinus Sociovision.

Lebensstil beeinflusst Waldverständnis

Im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts "Mensch und Wald" gingen die Forschenden zusammen mit dem Institut für Umweltkommunikation der Leuphana Universität Lüneburg der Frage nach, wie über Social Marketing und Bildung für eine nachhaltige Waldwirtschaft das Verständnis für ökologische, soziale, kulturelle und ökonomische Funktionen des Waldes verbessert werden kann. These der Forschergruppe: Werteorientierungen und Leitbilder können in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu unterschiedlichen Einstellungen zum Wald und seiner Nutzung führen.

Für die Analyse nutzten die Forschenden das Lebenswelt-Modell der sozialen Milieus des Instituts Sinus Sociovision [siehe Abbildung 4]. "Das Modell ermöglicht eine nach sozialem Status, Werten und Lebensstilen differenzierte Sicht auf die Einstellungen zu Wald, Forstwirtschaft und Holz", erläutert Ecolog-Geschäftsführer Peter Neitzke. Damit betraten die Forscher wissenschaftliches Neuland.

Vielen Menschen ist der Wald fremd

Die romantische Seite des Waldes
Abb. 2 - Das Bild vom Wald als Ort der Ruhe und Entspannung ist den Deutschen durchaus vertraut.
Foto: Kathleen Rothe, Leipzig
 
Die wirtschaftliche Seite des Waldes
Abb. 3 - Solange die Erfordernisse der Holznutzung nicht zum Raubbau führen, haben vier Fünftel der Deutschen kein Problem damit, dass der Wald auch wirtschaftlich genutzt wird.
Foto: Hanne Gössl, Donaueschingen

Nach der Befragung von 3'756 Personen stand für Silke Kleinhückelkotten fest: "Das romantische Bild vom Wald, diese emotionale Nähe, ist nicht überall in der Gesellschaft so verhaftet wie bisher angenommen." Die Kulturwissenschaftlerin ist Expertin für Umweltkommunikation am Ecolog-Institut. Aus ihrer Sicht zeigt die Milieustudie, dass der Wald als ein Stück Lebensqualität, als Ort der Erholung und Entspannung besonders im Milieu der Konservativen, der Etablierten und der Postmateriellen geschätzt wird. Im Gegensatz dazu bedeutet der Wald nur für rund zehn Prozent der Hedonisten – an materiellen Genüssen orientierten Menschen – Lebensqualität. Gering ist mit 18 Prozent auch das Interesse bei Experimentalisten und Konsum-Materialisten. "Der Wald ist ihnen fremd", bilanziert der Soziologe Carsten Wippermann von Sinus Sociovision. Maßnahmen zum Schutz des Waldes, der ihnen lediglich als Kulisse und Erlebnisraum dient, befürworten sie weitaus weniger als Menschen anderer Milieus.

Die Studie räumt noch mit anderen Klischees zum Waldbewusstsein der Deutschen auf. Wer dachte, dass in dem Land, in dem Anfang der 1980er Jahre der Begriff des Waldsterbens geprägt wurde, das Wissen um die ökologischen Funktionen des Waldes weit verbreitet ist, der irrt. Umfassende ökologische Kenntnisse weisen nur Postmaterielle und Etablierte sowie Teile der älteren Konservativen und Traditionsverwurzelten auf. Dass Bäume Sauerstoff liefern, Luft filtern oder Tier- und Pflanzenarten beherbergen, ist nur einem Drittel der Befragten bekannt. Noch weniger geläufig ist die Rolle, die der Wald für Wasserhaushalt, Klima und Bodenschutz hat.

Forst und Förster haben positives Image

Weitgehend unbekannt ist Vielen die Arbeit der Förster: 78 Prozent der Befragten gaben an, nur wenig über die Forstwirtschaft zu wissen. "Die Forstwirtschaft ist von der Lebenswelt der meisten Menschen weit weg", sagt Kleinhückelkotten. Dabei hat die Forstwirtschaft gar keinen schlechten Ruf: In der Person des Försters sehen fast 90 Prozent den traditionellen Hüter des Waldes. Deutlich mehr als 80 Prozent vor allem aus den Reihen der Etablierten, Postmateriellen oder Konservativen haben kein Problem damit, den Wald wirtschaftlich zu nutzen. Voraussetzung: Es darf nicht mehr Holz entnommen werden als nachwächst.

Immerhin 69 Prozent attestieren der Forstwirtschaft, dass in den Wäldern heute ökologischer als vor zehn Jahren gearbeitet wird. Nachvollziehbar wird damit das positive Image von Holz. Als Werk- und Brennstoff ist es vor allem bei Konservativen, Etablierten und der Bürgerlichen Mitte beliebt. Dagegen sind besonders bei Traditionsverwurzelten und DDR-Nostalgischen Vorbehalte gegenüber Holz als Baustoff weit verbreitet. Andere soziale Milieus wie etwa Moderne Performer, Postmaterielle, Etablierte oder Experimentalisten können sich dagegen viel eher vorstellen, ein Holzhaus zu bauen oder in einem zu wohnen.

Sinus Milieu klein  
Abb. 4 - In einer Repräsentativbefragung wurden 3’430 erwachsene Personen befragt, ob sie zustimmen, dass Wälder genutzt werden dürfen, solange nicht mehr Holz entnommen wird als nachwächst. Die Abbildung zeigt, wie sich die Antworten auf verschiedene Milieus verteilen. Die Grafik basiert auf dem Modell der Sinus-Milieus, das vom Heidelberger Institut Sinus Sociovision entwickelt wurde. Das Modell geht von zehn Basismilieus aus: Die gesellschaftlichen Leitmilieus "Etablierte", "Postmaterielle" und "Moderne Performer"; die drei Milieus "Konservative", "Traditionsverwurzelte" und "DDR-Nostalgische" als traditionelles Segment; und das Mainstream-Segment der Milieus "Bürgerliche Mitte" und "Konsum-Materialisten". Die Milieus der "Hedonisten" und "Experimentalisten" bilden schließlich das hedonistische Milieusegment. Grafik anklicken zum vergrössern.

Grafik: Carsten Wippermann, Sinus Sociovision/Heidelberg

 

Welche Umweltbildung für welche Zielgruppen?

Wer das Leitbild der nachhaltigen Waldwirtschaft bekannter machen will, ist herausgefordert und muss sich unbedingt fragen, wer die Zielgruppe für die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit sein soll. Dies gilt vor allem für Landesforstverwaltungen, Forstämter oder waldpädagogische Einrichtungen. Gut informierte "Ökologische Waldromantiker" und "Ganzheitliche Waldfreunde" sympathisieren eher mit einem natürlichen, wilden Wald, sehen ihn als Natur- und Kulturgut und nutzen ihn, um auszuspannen. Eher gleichgültig sehen "Egozentrische Waldnutzer" den Wald, zu denen vor allem Hedonisten, Experimentalisten und Konsum-Materialisten gehören. Sie stehen dem Wald eher fern. Dazwischen befinden sich Menschen aus den Milieus der Postmateriellen, Konservativen und der Bürgerliche Mitte, die sich für den Wald interessieren und leicht für das Thema "Nachhaltige Waldwirtschaft" sensibilisieren lassen. Leitmilieus, die im Sinne des Leitbilds nachhaltige Waldwirtschaft handeln, lassen sich als Pioniergruppen ins Visier nehmen. "Auf diese Weise kann man mit vergleichsweise wenig Aufwand Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen", sagt Kleinhückelkotten.

Aktuell jedoch zeigen die Untersuchungen: In der Praxis wird Kommunikation in den seltensten Fällen systematisch auf Zielgruppen ausgerichtet. "Mit dem Standardprogramm wie Führungen, Ausstellungen oder Infomaterialien werden die immer gleichen Naturinteressierten erreicht", stellt Neitzke fest. Das bestätigte sich auch in den drei Modellregionen Kellerwald-Edersee, Schorfheide-Chorin und Göttingen. Dort fanden die Forschenden heraus, dass sich vor allem Kinder bis zur sechsten Schulklasse sowie Naturinteressierte und ältere Menschen gut erreichen lassen.

Bildungsangebote sprechen vorwiegend die Postmateriellen und Konservativen an. In geringerem Umfang und regional unterschiedlich werden zudem Naturfreunde aus der Bürgerlichen Mitte sowie aus den Milieus der Traditionsverwurzelten und der DDR-Nostalgischen erreicht. "Jugendliche sind eine schwer erreichbare Zielgruppe. Das beklagen viele Akteure", berichtet Kleinhückelkotten. Rund 80 Prozent der 326 im Rahmen der Gesamtbefragung befragten Jugendlichen zeigten eine große Distanz zum Wald, sind diesbezüglich entfremdet. Fazit aus den Untersuchungen der Modellregionen: In der Praxis wird Kommunikation in den seltensten Fällen systematisch auf Zielgruppen ausgerichtet.

Umweltbildung mit ungewisser Ausrichtung

Der Förster - eine glaubwürdige Person
Abb. 5 - Für die Förster im Schulwaldprojekt ist es wichtig, den Wald in Beziehung von Wirtschaft und Naturschutz zu zeigen. Ergänzt wird der Lehrplan durch naturkundliche und forstwirtschaftliche Themen passend zur jeweiligen Jahreszeit.
Foto: Claudia Fischer, Eberswalde

Wie schwierig ein konzeptionelles Vorgehen in der forstlichen Umweltkommunikation ist, zeigt das BMBF-Verbundprojekt "Waldwissen" der Universitäten Lüneburg und Freiburg. "Die forstliche Umweltbildung liegt in einem konfliktträchtigen Spannungsfeld", sagt die Lüneburger Biologin Christine Katz, die das Projekt leitete. Auf der einen Seite nagt nach mehreren Reformschüben ein drastischer Personalabbau am Forstbereich. So fehlt Waldpädagogen und -pädagoginnen im Arbeitsalltag zum Beispiel vielerorts die Zeit, sich Gedanken zu machen, wer mit welchen Bildungsangeboten erreicht werden soll. Auf der anderen Seite fordern beispielsweise Kindergärten, Touristikvereine oder Managerseminare das Engagement der Fachleute aus Wald- und Umweltbildung.

Die Forschergruppe um Katz wies durch eine bundesweite Befragung von Ministerien, Landesforstverwaltungen und waldpädagogischen Einrichtungen nach: Der forstlichen Waldpädagogik geht es personell nicht so schlecht wie oft vermutet. "Tendenziell wurde das Personal in den vergangenen drei Jahren eher aufgestockt", sagt sie. Dieser Zuwachs fusst allerdings weniger auf einer Strategie, in die Bildung zu investieren, sondern liegt oft in der Reorganisation der Verwaltung begründet, wo Aufgaben gebündelt und Stellen verschoben wurden. Langfristig geht Katz daher von einer sukzessiven personellen Austrocknung aus, da sich die waldbezogene Umweltbildungsarbeit betriebswirtschaftlich nicht rechne.

Die waldbezogene Umweltbildung ist in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich organisiert. Auf ministerieller Ebene ist sie in den meisten Ländern in den Referaten für Forstpolitik und Grundsatzfragen angesiedelt. Vier Bundesländer wie etwa Niedersachsen oder Baden-Württemberg ordnen sie dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit und Waldinformation zu. Auf der Ebene der Landesforstverwaltungen ist sie teilweise Bestandteil der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, zum Teil gibt es auch spezifische forstliche Einrichtungen oder es sind, wie in den Stadtstaaten, die Forstämter zuständig. Mit Ausnahme des Landes Schleswig-Holstein ist die forstliche Umweltbildung bisher zu wenig auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtet.

Umweltbildung keine Sackgasse für Förster

Erholung in Wald und Natur geniessen
Abb. 6 - Mit Standardangeboten wie Wanderungen, Führungen, Ausstellungen oder Infomaterialien werden die immer gleichen Naturinteressierten, die Waldromantiker und die Waldfreunde, erreicht.
Foto: Hanne Gössl, Donaueschingen

Widerlegen konnten die Forscherinnen die weit verbreitete Annahme, Umweltbildung sei eine Frauendomäne. Zwar sind dort doppelt so viele Frauen wie Männer beschäftigt, jedoch vorwiegend in Teilzeit oder in freier Mitarbeit. Für Männer, zumeist mit gut dotierten Vollzeitstellen ausgestattet, ist Bildung nur eine von mehreren Aufgaben. In manchen Bundesländern wie etwa in Bayern wird Umweltbildung über die Waldbildungszentren tendenziell komplett aus dem Arbeitsprofil der Revierleitenden herausgenommen Aus erfahrenen Forstleuten werden so Umweltlehrkräfte. Das verursacht Probleme: Manchem erfahrenen Forstmitarbeiter könnte nach der Umschulung die Motivation abhanden kommen. "Bildungsarbeit innerhalb des forstlichen Waldwirtschaftskanons darf nicht zum Sackbahnhof für Forstleute werden, die im Zuge der Reformen ausgelagert werden", warnt Katz. Schon häufen sich die Klagen: Vielen Bildungsakteuren wird über geringere Bezahlung, ungenügende Karrieremöglichkeiten, niedrigere Wertschätzung und mickrige Personalausstattung vermittelt, dass ihre neue Tätigkeit weniger wert sei als die alte.

Eine Professionalisierung der forstlichen Umweltbildung tut deshalb Not. "Die Aus- und Weiterbildung muss ausgebaut und verbessert werden", sagt Katz. Bislang übernimmt überwiegend forstlich ausgebildetes Personal die waldbezogene Umweltbildung. Beim männlichen Forstpersonal spielen pädagogische Kompetenzen kaum eine Rolle. Bei den Frauen ist immerhin die Hälfte, die nicht über forstliche Qualifikationen verfügt, pädagogisch ausgebildet. Verändert werden müssen aber ebenso die Inhalte.

Qualifizierungsmaßnahmen bieten oft nur klassische Themen an wie Tierarten und deren Lebensräume, Jagd oder Bodenökologie. Soziale, kulturelle, ökologische und ökonomische Aspekte der Waldnutzung gibt es nach Meinung von Katz viel zu selten. Integrationswissen für eine nachhaltige Waldwirtschaft zu vermitteln, das steckt weitestgehend im Anfangsstadium. Um den Rückstand aufzuholen, seien externe Fachleute für Fortbildung, etwa aus der Transfer-21-Schulung, ebenso sinnvoll wie eine stärkere Kooperation mit den Kultusministerien der Bundesländer, mit globalen Organisationen oder mit Wirtschaftsunternehmen.

Mehr Qualifikation und Bewertung

Auch in der Qualitätsentwicklung und der Bewertung von Umweltbildungsangeboten besteht Nachholbedarf. Wie eine Evaluation aussehen kann, verdeutlicht die Universität Lüneburg anhand des Beispiels der Weiterbildung zum "Zertifikat Waldpädagogik" forstlicher Angestellter in Sachsen-Anhalt. "Unsere Interviews belegen einen längst überfälligen Qualifizierungsbedarf, dem nun entsprochen wurde", bilanziert Marion Mayer. Die Lüneburger Sozialpädagogin führte Telefoninterviews mit Teilnehmenden der Weiterbildung durch. Die meisten gaben an, das Gelernte in ihrem Berufsalltag umzusetzen. "Viele Akteure fanden durch die Weiterbildung die eigene pädagogische Grundhaltung bestätigt und bekamen endlich eine fachliche Resonanz auf ihr Handeln."

Zu kurz kamen in der Weiterbildung hingegen Genderaspekte. Mayer: "Um Fortschritte etwa in gendersensibler Didaktik zu erzielen, sind längerfristige Maßnahmen wie Gender-Trainings und Fortbildungen notwendig, die zur Auseinandersetzung mit Bildungskonzepten anregen und damit Vielfalt und Differenz berücksichtigen."

Hochschulausbildung verbessern

Im Argen liegt zudem manches in der universitären Ausbildung. An den meisten Fachhochschulen mit Ausnahme derjenigen in Weihenstephan und Rottenburg können Studierende waldbezogene Umweltbildung lediglich als Wahl- oder Wahlpflichtfach belegen. An den Technischen Universitäten Dresden und München sowie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gibt es seit kurzem Qualifizierungsmodule zur Umweltbildung. "Sollte waldbezogene Umweltbildung Bestandteil des forstlichen Berufsbildes werden, darf die Qualifizierung in den Hochschulen nicht vernachlässigt werden", sagt Katz.

Die Forscherin vermisst in der Diskussion um die Umweltbildungsarbeit der Forstakteure ein klares Bekenntnis aus der Politik. "Die Politik muss den gesellschaftlichen Auftrag des Forstes genauer benennen: Soll der Forst Öffentlichkeitsarbeit machen oder soll er moderne Bildungsarbeit im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten?" Die Frage bleibt unbeantwortet, noch.

Die Wertschätzung der meisten Deutschen für den Wald dürfte die andauernde Diskussion aber nicht schmälern. Für 93 Prozent von ihnen gehören laut der oben zitierten Umfrage Wald und Natur zu einem guten Leben einfach dazu.

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