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Artikel

Autor(en): Peter Konrad
Redaktion: BFW, Österreich
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Optimale Einsatzplanung der vollmechanisierten Holzernte

Harvestereinsätze müssen gut geplant sein, da sich diese teuren Maschinen nur bei entsprechend hoher Leistung und Auslastung rechnen. Dazu kommen noch die Holzrückung und, wegen des kurzfristig hohen Holzanfalles, die Holzabfuhr, die Lagerung und die Holzvermarktung.

Holzrückung (Foto: BFW)
Für einen optimalen Arbeitsablauf müssen Arbeitsvorbereitung, Auftragsdurchführung und die kontinuierliche Holzabfuhr sowie Vermarktung ineinander greifen (Foto: BFW)

Planung eines Forstmaschineneinsatzes

Nach der ersten Kontaktaufnahme zwischen Auftraggeber (Waldbesitzer oder Förster) und Holzernteunternehmer werden die zu bearbeitenden Flächen gemeinsam besichtigt. Anschließend kann der Unternehmer beurteilen, welche Harvester-Maschinenklasse er einsetzen wird. Der Waldbesitzer oder Förster setzt die gewünschten waldbaulichen Maßnahmen, die Eingriffstärke usw. fest. Anhand der Baumarten und Stärkeklassen wird die Ausformung der Sortimente fixiert. Diese Vorgaben des Auftraggebers sollte der Unternehmer schriftlich festhalten und vom Auftraggeber bestätigen lassen. Damit wird späteren Diskussionen vorgebeugt. Es empfiehlt sich, schon bei der gemeinsamen Begehung vorhandene Bestandeslücken oder alte Wege in die Erschließung und in die Gassenanlage mit einzubeziehen und gleich zu markieren sowie Holzlagerplätze zu kennzeichnen.

Ein wesentlicher Punkt ist die Bestandesauszeige: Bei Durchforstungen sollte grundsätzlich ausgezeigt werden, speziell dann, wenn es sich um eine diffizile waldbauliche Maßnahme handelt wie beispielsweise eine Hochdurchforstung mit Z-Bäumen. Die Auszeige kostet Geld. Sie bringt aber Vorteile für den Fahrer, weil er sich später darum nicht mehr kümmern muss. Das wirkt sich positiv auf die Leistung aus und er kann sein Augenmerk mehr auf die Sicherheit sowie die Boden- und Bestandesschonung richten. Davon profitiert auch der Waldbesitzer, weil er damit rechnen kann, dass die richtigen Bäume entnommen werden.

Terminvereinbarung: Abgestimmt auf die Jahreszeit ist der Einsatztermin mit etwa +/- zehn Tagen Toleranz festzulegen und von den Vertragspartnern einzuhalten. Die dem jeweiligen Partner zugedachten Aufgaben (Markierungen etc.) müssen bis dahin erledigt und die Einsatzbereitschaft der Forstmaschinen gewährleistet sein. Handelt es sich um schwieriges Gelände, ist das Gerät aus Sicherheitsgründen und wegen der besseren Bodenhaftung mit Gleitschutzketten und/oder Bogiebändern auszurüsten. Sind überstarke Bäume mit zu ernten, ist ein Mitarbeiter mit der Motorsäge zum Zufällen bereitzustellen.

Auftragsdurchführung: Absolute Prioritäten haben die Sicherheit für den Fahrer und die boden- sowie bestandespflegliche Arbeit. Naturschutz und ökologische Aspekte sind im Arbeitsauftrag zu berücksichtigen (zum Beispiel Ameisenhügel unversehrt und Spechtbäume stehen lassen, Feuchtgebieten und Biotopen ausweichen). Aus wirtschaftlicher Sicht ist auf eine bestmögliche Wertschöpfung durch richtige Ausformung und Sortierung zu achten.

Kriterien für Planung und Auftragsdurchführung

Voraussetzungen für eine optimale Rückearbeit: Der Harvesterfahrer muss sich um die Koordination der Rückearbeit mit dem Forwarder kümmern. Hierbei werden die Sortimente nach Holzarten getrennt sortiert - wenn möglich bündig - und ohne Astmaterial am Boden so platziert, dass rasch beladen werden kann. Der Harvesterfahrer oder ein Mitarbeiter (ev. Beifäller) muss laufend die Holzqualität, die Sortimentlängen und -durchmesser kontrollieren. Eine genaue, gewissenhafte Sortierung hat einen erheblichen Anteil am Gelingen eines Auftrages. Die umgehende Rückung und Abfuhr der Sortimente ist für alle Beteiligten wichtig. So kommt es vor allem zu keinen Lagerschäden.

Abmaßvergleich: Je nach Arbeitsfortschritt oder nach Abschluss des Ernteeinsatzes erhält der Auftraggeber vom Unternehmer die Abmaßlisten des Harvesters. Diese dienen für den späteren Vergleich mit dem Werksabmaß des Holzabnehmers (Säge- oder Papierindustrie). Sie können aber auch für eine Abschlagzahlung an den Unternehmer in einem im Vertrag ausgehandelten Prozentsatz der geernteten Holzmenge dienen. Wichtig ist jedenfalls eine ständige Kommunikation zwischen Auftraggeber, Holzernteunternehmer, Holzfrächter und Holzabnehmer.

Qualifizierte Harvester- und Forwarderfahrer

Langfristig gesehen muss sich durchsetzen, dass nur Einsätze mit gut ausgebildeten Harvester- und Forwarderfahrern durchgeführt werden. Entscheidend ist auch eine professionelle Vorbereitung des Bestandes: Die Bäume sollten ausgezeigt und die Rückegassen markiert sein. Lagerplätze müssen eindeutig bestimmt und dem Forwarderfahrer bekannt sein. Sie müssen große Holzmengen aufnehmen können und möglichst nahe den zu bearbeitenden Beständen liegen. Je weniger verschiedene Sortimente anfallen, desto rascher geht die Aufarbeitung und Rückung voran.

Wichtig ist auch die Absprache bezüglich des Arbeitsvolumens, das wegen der hohen Überstellungskosten pro Einsatzort nicht unter 1000 fm liegen soll. Je höher und kontinuierlicher die jährliche Geräteauslastung eines Unternehmers ist, desto günstiger kann er seine Arbeit anbieten. Daher sollte seitens der Waldbesitzer die Bereitschaft bestehen, Unternehmer, die ihre Arbeit in jeder Hinsicht vorbildlich ausführen, eher zu beschäftigen als schlechte, auch wenn diese für ihre Arbeit weniger verlangen.

Kontakt

  • Gebrüder Konrad G.m.b.H,
    Peter Konrad,
    Gewerbepark 3, 8564 Krottendorf