Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Thomas Geburek

BFW Logo Kontakte

Bundesforschungszentrum für Wald
Institut für Waldgenetik
Seckendorff-Gudent-Weg 8
A-1131 Wien

Telefon: +43 (1) 87838 - 2109
Telefax: +43 (1) 87838 - 2250

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Thomas Geburek
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 48.048.048.048.048.0 (16)

Biodiversitätsindex für Österreichs Wälder

Die Erhaltung der Biodiversität hat für die europäische Umweltpolitik hohe Priorität. Grundsätzlich ist aber Biodiversität nicht in ihrer Gesamtheit genau messbar. Daher wurde in der Vergangenheit versucht, anhand von Indikatoren Teilbereiche abzuschätzen. Oftmals weisen aber diese Indikatoren unterschiedliche Entwicklungen auf. Dies ist dann für die Politikberatung nahezu  wertlos.  Daher wurde beispielhaft für die Waldbiodiversität ein Gesamtindex entwickelt, der ähnlich einem Aktienindex wie ATX oder Dow Jones versucht, den Gesamtbereich im Wald abzubilden.  

Naturwaldreservat Lange Leitn
Totholz hat die höchste Gewichtung, da von ihm viele ökologische Prozesse abhängen und spezielle Tiere auf Totholz als Lebensraum angewiesen sind

Österreich ist zur Hälfte von Wald bedeckt, Wälder sind für die Erhaltung der Biodiversität besonders wichtig. Außerdem: Österreichs Wälder sind im Vergleich zu Ackerland oder Siedlungsgebieten nicht so stark menschlich beeinflusst. Zum Beispiel sind Flechten an Ökosysteme wie Wälder gebunden, die lange Erneuerungszyklen haben.

Idealwald hat maximale Punkteanzahl

Der Biodiversitätsindex setzt sich aus 13 Einzelindikatoren zusammen. Zuerst werden die einzelnen Indikatoren zwischen 0 und 100 bewertet, dann wird jeder Indikator nach seiner Bedeutung gewichtet. Anschließend werden alle Indikatoren zusammengezählt und die Summe relativ zum Idealwald mit einer maximal Punkteanzahl von 40.300 gesetzt. Diese ergibt sich aus 13 Indikatoren x 100 Wertpunkte x 31 gewichtete Punkte.

Der Idealwald besteht aus Baumarten, die in der potenziellen natürlichen Vegetation vorkommen, hat mehr als 10 Prozent Totholzanteil am Holzvolumen, verjüngt sich ausschließlich natürlich und Wild verhindert nicht das Aufkommen der natürlichen Baumarten. Zusätzlich müssen bestimmte Voraussetzungen bei der Fragmentierung des Waldes, bei Naturwaldreservaten, Generhaltungsbeständen sowie der Saatgutversorgung erfüllt sein. Fehlt etwas, gibt es dafür Abschläge. Totholz hat die höchste Gewichtung, da von ihm auch der Nährstoff- und Wasserkreislauf sowie die Bodenentwicklung abhängen, viele holzbewohnende Tiere wie etwa der Alpenbock kommen ohne Totholz nicht aus.

Da der Verlust an genetischer Vielfalt eine Bedrohung für die langfristige Bewahrung aller Formen von Organismen ist, werden auch erstmals genetische Parameter, zum Beispiel Samenbäume und –plantagen, berücksichtigt.

Berichtspflichten zu Biodiversität

In regelmäßigen Abständen von fünf bis zehn Jahren soll der Biodiversitätsindex festgestellt werden, aus einer Veränderung lässt sich eine Verbesserung oder Verschlechterung für Bundesländer ableiten. Österreich hat sich im Rahmen der Konvention zur Biologischen Vielfalt verpflichtet, regelmäßig Bericht über die Biodiversität zu erstatten. Die Herleitung dieses Gesamtindex  wurde jetzt in der Fachzeitschrift "Ecological Indicators" (Heft 10 (2010), 753 - 761) vorgestellt.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Österreichs Wald ist Lebensraum für Pflanzen, die nur hier vorkommen: Das Wald-Sauerklee braucht den Schatten unter dem Kronendach. Oder der Waldmeister kommt fast nur in Laubwäldern vor, der Steinpilz braucht die Fichte, um mit ihr eine Symbiose in Form einer Mykorrhiza bilden zu können 
Der Schwarzspecht bevorzugt als Nistbaum die Buche und braucht Bäume für die Nahrungssuche.
Die Gemeine Waldschabe lebt im Humus von Laubwäldern und ernährt sich von Laubstreu. 

Originalartikel

Mehr im Web