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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
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Artikel

Autor(en): U. Willmann, M. Wurster
Redaktion: FVA, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
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Güteansprache am stehenden Stamm

Die Güteansprache als neues Element von Inventuren

Das neue Verfahren zur Güteansprache am stehenden Stamm wurde erstmals in die Bundeswaldinventur miteingebunden.

Ziel das Verfahrens ist, anhand äußerlich erkennbarer Merkmale einen Hinweis auf das vorhandene Gütepotential der Wälder zu erhalten. Durch die Einteilung in Güteklassen nach objektiven Kriterien sollen eine hohe Genauigkeit und verlässliche Aussagen gewährleistet werden.

Eiche erster Güte Eicher dritter Güte Eiche fünfter Güte
Bsp.: Eiche Gütestufe 1
                 Gütestufe 3
                Gütestufe 5

Welche Merkmale werden angesprochen?

Die Güteansprache erfolgt auf der gesamten begutachteten Stammlänge und umfasst alle äußerlich erkennbaren Rinden- und Astparameter sowie Schädigungen. Dabei werden die Bäume je nach Vorkommen und Häufigkeit der folgenden Merkmale in sechs Gütestufen eingeteilt. Die erste, grundlegende Einteilung erfolgt nach Beurteilung der Astigkeit (Hauptmerkmal): Anzahl und Stärke der Äste, Aststummel, Astbeulen, Astnarben, Schwarzäste, „Nägel", Steiläste und Wasserreiser.

Ein weiteres Merkmal ist das Rindenbild: Rindennarben, Beulen, Verletzungen (z.B. aufgeplatzte Rinde) und bei Laubholz außerdem der Rindenaufbau (Gleichmäßigkeit), T-Krebse (Katzenpfötchen, Amulette), Siegel und Chinesenbärte. Je nach Größe, Ausprägung, Verteilung und Häufigkeit gehen sie mit in die Beurteilung ein. Auch die sonstigen Merkmale wie Schaftform, Krümmung, Flaschenhals (Fichte), Wimmerwuchs (Tanne, Buche), Tannenkrebs, Mistelbefall am Stamm (Tanne), Wolllausbefall (Buche) und Spannrückigkeit fließen in die Gesamtbeurteilung mit ein. Zu einer Abstufung der Güteklasse führen Schädigungen jeglicher Art innerhalb der zu beurteilenden Ansprachehöhe wie z.B. Rindenverletzungen, Streifschäden, Fäll- und Rückeschäden, Trockenschäden am Stamm, Risse und Sonnenbrand.

Folgende Richtlinien sollen die Vergleichbarkeit der Güteansprache gewährleisten:

  • Der Gesamteindruck ist besonders wichtig. Er kann zu einer Abstufung (bei vielen kleinen Einzelmerkmalen) oder zu einer Aufwertung führen (z.B. ein dünner Ast im oberen Bereich bei sonst einwandfreier Qualität).
  • Angesprochen werden objektiv feststellbare Merkmale zum augenblicklichen Zeitpunkt. Die mögliche Entwicklung, das Alter und die Verwendungsmöglichkeiten spielen keine Rolle.
  • Im ganzen Land gelten unabhängig von den Wachstumsbedingungen die gleichen Kriterien. Eine Buche der Güteklasse 3 im Schwarzwald muss genauso aussehen wie auf der Schwäbischen Alb.
  • Die Bewertung einzelner Merkmale kann je nach Baumart unterschiedlich gewichtet werden. Notwendig ist deshalb ein Vergleich zwischen den Bäumen einer Baumart.

Grundgedanke war, ein eingängiges System zu finden, das leicht nachzuvollziehen ist und einen irreführenden Vergleich mit der Handelsklassensortierung ausschließt. So entspricht die Güteklasse 1 einem qualitativ sehr guten Stamm, die Güteklasse 6 einem Stamm, der überwiegend nicht mehr sägefähig ist.

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