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Dirk Schmechel

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

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Artikel

Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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In Wäldern wächst das Wohlbefinden

Naturwald
Abb. 1: Auf Waldspaziergängen kann sich "die Aufmerksamkeit" erholen. Spaziergänger im unbewirtschafteten Wald und...

Ein Spaziergang durch den Wald ist eine willkommene Flucht aus dem Alltag und führt zu Wohlbefinden und Erholung. Das gilt insbesondere für Menschen aus städtischem Umfeld. Aber wie sollte so ein Wald aussehen? Was führt zur optimalen Wirkung auf gesundheitliche Aspekte des Menschen? Dem wurde an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) nachgegangen.

Methoden

In einem Experiment wurden insgesamt 200 Teilnehmende zufällig einem von vier Waldspaziergängen zugeordnet:

  • 50 gingen auf einer festgelegten Route durch einen gepflegten Wald
  • 50 gingen auf einer festgelegten Route durch einen unbewirtschafteten Wald mit höherem Unter- und Totholzbestand
  • 100 gingen auf einem Laufband, während ihnen der Film der Route des gepflegten oder des unbewirtschafteten Waldes präsentiert wurde

Vor und nach dem Spaziergang gaben die Teilnehmer auf einer standardisierten Skala an, wie stark sie Ruhe, gute Laune, Ärger oder Deprimiertheit empfanden.

Ergebnisse

Wirtschaftswald
Abb. 2: ... Spaziergänger im bewirtschafteten Wald; Wälder, die offensichtlich bewirtschaftet werden, erhöhen das Wohlbefinden der Spaziergänger (Fotos: D. Martens).

Der Wald hat generell eine positive Wirkung auf die Spaziergänger. Ein gepflegter Wald hat die Menschen stärker positiv beeinflusst als ein "verwilderter" Wald. Diese Ergebnisse zeigten sich auch im Laufband-Versuch im Labor. Die Wirkung des realen Waldspaziergangs war jedoch deutlich stärker. Daraus lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: Der reale Wald ist nicht mit der virtuellen Situation zu kompensieren, da die Wirkung des realen Waldes auf das Wohlbefinden stärker ist. Allerdings lassen sich die Ergebnisse aus dem Labor auf reale Situationen übertragen, da sie die gleiche Tendenz aufzeigen.

Die Studie liefert wichtige Hinweise, wie stadtnahe Wälder zielgruppengerecht hinsichtlich der Erholung bewirtschaftet werden könnten. Für Besucher, die den Wald alleine besuchen, zeigt sich ein positiverer Effekt gepflegter Wälder im Vergleich zu verwilderten Wäldern. Zeichen der Bewirtschaftung wie die Aufschichtung geernteten Holzes, eine geringe Dichte und ausgeräumtes Totholz können positiv auf Ruhe und gute Laune wirken. Die Wirkung auf Gruppen oder eine Familienverband sollte in weitergehender Forschung analysiert werden. Das kann in dem weniger aufwändigen Verfahren im Labor geschehen.

Ausblick

Bei der Gestaltung im Wald kann neben den wirtschaftlichen Kriterien auch die Wirkung auf die psychische Gesundheit berücksichtigt werden. Aufgrund der Ergebnisse wird ein Folgeprojekt in der offenen Landschaft durchgeführt.

Originalartikel