Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Dr. Hans-Joachim Klemmt

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

Abt. Boden und Klima
Hans-Carl-von-Carlowitz-Pl. 1
D-85354 Freising

Telefon: +49 (8161) / 4591 - 201
Telefax: +49 (8161) / 4591 - 900

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Annette Menzel, Christian Heerdt, Herbert Werner
Redaktion: LWF, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 55.3355.3355.3355.3355.33 (47)

OZON – "oben hui – unten pfui"

Modell von Ozon-Molekülen

Ozon ist die dreiatomige Form des gewöhnlichen Luftsauerstoffs, der aus zwei Atomen besteht. Es spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle. In den Luftschichten oberhalb von etwa 10 km bis etwa 50 km (Stratosphäre) befinden sich 90 % des Ozons. Es entsteht dort unter dem Einfluss der ultravioletten (UV-) Sonnenstrahlung und absorbiert so den schädlichen UV-B und UV-C Anteil der Sonnenstrahlung. In dieser Schicht wird Ozon unter anderem durch Chlor und Brom abgebaut, das von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), Halonen und halogenhaltigen Stoffen stammt. Der markante Abbau im antarktischen Frühling in den letzten Jahrzehnten wird als "Ozonloch" bezeichnet.

In den unteren Luftschichten bis 10 km Höhe (Troposphäre) gibt es einen Sockelanteil natürlich vorhandenen Ozons. Das stratosphärische Ozon ist aufgrund seiner schützenden Wirkung lebenswichtig, eine Zunahme der Ozonkonzentration in der Troposphäre hingegen ist wegen schädlicher Auswirkungen auf die Umwelt nicht erwünscht.

Hier bilden sich bei intensiver Sonnenstrahlung Ozon und andere Photooxidantien ("Sommersmog"), die durch komplexe photochemische Reaktionen von Luftsauerstoff und sogenannten Vorläufersubstanzen, insbesondere Stickstoffoxiden (NOx), und flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC), entstehen. Aber auch Kohlenmonoxid (CO) und Methan (CH4) tragen zur natürlichen troposphärischen Ozonbildung bei. Diese Luftverunreinigungen stammen sowohl aus natürlichen, zum großen Teil aber aus anthropogenen Quellen wie z.B. dem motorisierten Verkehr.

Während sommerlicher Schönwetterperioden erreicht das bodennahe Ozon in Deutschland Konzentrationen, die die menschliche Gesundheit gefährden oder zu Vegetationsschäden führen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen des Menschen umfassen insbesondere eine Reizung der Schleimhäute und eine vorübergehende Einschränkung der Lungenfunktion. Für die Ozonwirkung auf Pflanzen ist die Aufnahme durch die Spaltöffnungen entscheidend. Die Reaktion der Pflanzen, hauptsächlich Laubbäume, Sträucher und Kulturpflanzen, beruht auf einer Abfolge von biochemischen und physiologischen Prozessen, die schließlich bis zu einer sichtbaren Schädigung, wie Gewebezerstörungen (Nekrosen) oder Verfärbungen (Chlorosen) führen können. Je nach Belastungszeit und Ozonkonzentration unterscheidet man akute, chronische und latente Wirkungen. Ozon greift auch organische Materialien, wie Lacke, Farbstoffe und Textilfasern an. Kunststoffe oder Gummi altern schneller, Farben bleichen durch Ozonwirkung aus.

Daneben ist troposphärisches Ozon auch ein Treibhausgas. Seine gesamte klimaaktive Wirkung (Strahlungsantrieb ca. 0,35 W/m2 oder 13 % des gesamten anthropogenen Treibhauseffektes) ist etwa mit der der chlorierten Kohlenwasserstoffe oder Methan vergleichbar, jedoch deutlich schwächer als die Wirkung von CO2.

Mehr im Web

Mehr auf waldwissen.net