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Marcus Schaub

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Ökophysiologie
Zürcherstrasse 111
CH - 8903 Birmensdorf

Tel: +41 44 739 25 64
Fax: +41 44 739 22 15

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Artikel

Autor(en): Marcus Schaub
Redaktion: WSL, Schweiz
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Ozon reduziert das Wachstum von Pappeln

Düstere Aussichten für Pappelplantagen. Insbesondere diese Baumart reagiert mit vermindertem Wachstum auf hohe Ozonkonzentrationen. Das haben Wissenschafter der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL nachgewiesen.

Ozonsymptome an Pappelblatt
Abb. 1 - Starke Ozonsymptome an Pappelblatt
Foto: Marcus Schaub (WSL)
 
Ozonsymptome an Eschenblatt
Abb. 2 - Auch Eschen weisen sichtbare Blattschäden auf. Die Forschenden konnten bei dieser Baumart jedoch keine Wachstumseinbusse feststellen.
Foto: Marcus Schaub (WSL)

Die im Sommer auftretenden hohen Ozonkonzentrationen haben nicht nur schädliche Auswirkungen auf Menschen und landwirtschaftliche Kulturen, sondern auch auf das Wachstum von Bäumen. Die Baumblätter "saugen" Luft durch die Spaltöffnungen ein und nehmen so auch Schadstoffe wie Ozon auf. Dieses setzt dem Baum zu und kann die Holzproduktion negativ beeinflussen. Das konnten Forschende der WSL nachweisen, indem sie die Dicke von Baumjahrringen und die darin enthaltenen Kohlenstoff-Isotope gemessen haben.

Die Analyse der Isotope, die am Paul Scherrer Institut vorgenommen wurde, lässt Rückschlüsse über die von den Blättern aufgenommene Ozondosis zu. Die Wissenschafter haben die Isotopenwerte mit der Dicke der Jahrringe verglichen und konnten nachweisen, dass hohe Ozonwerte zu dünneren Jahrringen führen. Dies trifft besonders auf Baumarten zu, die schnell wachsen, wie etwa die Pappel. Andere Baumarten, wie zum Beispiel die Esche, leiden unter sichtbaren Blattschäden. Eine Wachstumseinbusse konnte bei den Eschen aufgrund der Jahrringanalysen jedoch nicht nachgewiesen werden.

Wie bei den Menschen ist also die Ozonkonzentration nicht allein ausschlaggebend: Bäume reagieren je nach Art, Alter oder Gesundheitszustand unterschiedlich auf das sommerliche Reizgas Ozon. Insbesondere hat das Team herausgefunden, dass sich hohe Ozonkonzentrationen zu Beginn der Wachstumsphase im Frühsommer speziell gravierend auswirken.

Wie viel Ozon darf’s denn sein?

Eine WSL-Gruppe untersucht mit einem internationalen Team Ozon als Risikofaktor für den Wald als Ganzes. Um die Wälder in Europa vor schädlichen Ozoneinflüssen zu schützen, arbeiten die Wissenschafter daran, neue Ozon-Grenzwerte festzulegen. Dabei werden erstmals die verschiedenen Einflussfaktoren im Ökosystem Wald berücksichtigt und modelliert. Im Modell wird die Aufnahme von Ozon in verschiedenen Höhenlagen und Altersklassen sowie in Abhängigkeit von der Baumart, der Bodenfeuchtigkeit, der Temperatur und weiteren Faktoren berechnet.

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