Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Alois Zollner

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

Abt. Biodiversität,
Naturschutz, Jagd
Hans-Carl-von-Carlowitz-Pl. 1
D-85354 Freising

Telefon: +49 (8161) / 71 - 4156
Telefax: +49 (8161) / 71 - 4971

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Markus Blaschke
Redaktion: LWF, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 83.3383.3383.3383.3383.33 (12)

Fünf Meilen gegen den Wind...

Auffälliger Pilz wurde aus Australien eingeschleppt

Tintenfischpilz
Abb. 1: Tintenfischpilz (Clathrus archeri)

Bei einem Waldspaziergang an einem schönen Herbsttag drängt sich ein widerlicher Aasgeruch in die Nase.Weit und breit keine Kläranlage, keine Müllkippe, kein Landwirt der seine Felder düngt. Die Ursache ist ganz natürlich. Verantwortlich sind der exotische Tintenfischpilz und seine beiden heimischen Verwandten, die Stinkmorchel und die Hundsrute aus der Ordnung der Phallales (Phallus griech.: "gestrecktes männliches Glied").

Die Fruchtkörper dieser Pilze entwickeln sich zunächst im Inneren eines sogenannten "Hexeneis", das sich auf dem Waldboden oder an stark verrottendem Totholz entwickelt. Unter einer glibbrigen Außenschicht befinden sich ein oder mehrere zusammengestauchte Träger der Fruchtschicht. Das reife Ei platzt auf. Eine schwarzgrüne, schleimige Fruchtschicht wird an der Innenseite der roten, porösen Arme des Tintenfischpilzes (Clathrus archeri) in die Höhe gehoben. In dieser Phase wird der im Namen steckende Zusammenhang zwischen dem Pilz und dem Meeresbewohner jedermann deutlich. Bei Spitzmorchel und Hundsrute hängt die Fruchtschicht an der Spitze eines weißen Stiels. Der ausströmende Gestank zieht Fliegen und andere Insekten an, die sich an der Fruchtschicht laben, dort die Sporen aufnehmen und so den Pilz weiter verbreiten.

Der Tintenfischpilz wurde vermutlich zu Anfang des 20. Jahrhunderts aus Australien nach Mitteleuropa eingeschleppt. Die Fundmeldungen seit dem ersten Weltkrieg zeigen eine Ausbreitung von den Vogesen über den Schwarzwald bis in den Bayerischen Wald und an die Ostsee.

Heute ist der Pilz, der sich von der Laubstreu ernährt, in ganz Bayern verbreitet.

Literatur

Kriegelsteiner et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart

Schmid & Helfer (1995): Pilze, IHW-Verlag, Eching