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Artikel

Autor(en): Markus Blaschke
Redaktion: LWF, Deutschland
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Im Wald geht ein Stern auf

So ähnlich und doch ganz verschieden

Wetterstern
Abb. 1: Reifer, aufgeplatzter Fruchtkörper des Wettersterns (Foto: DGfM – Deutsche Gesellschaft für Mykologie).

Einen Pilz mit Hut und Stiel erkennt jedes Kind als Element des Reichs der Mykologie (=Pilzkunde). Dass es aber mehr unterschiedliche Formen von Fruchtkörpern unter den Pilzen gibt, ist vielen Menschen kaum bekannt.

Eine dieser weniger bekannten Erscheinungsformen bilden die Bauchpilze. Zu ihnen gehören neben dem Wetterstern (Astraeus hygrometricus) auch die Stäublinge und Boviste. Die Pilzfruchtkörper dieser Gruppe erscheinen auf den ersten Blick ähnlich. Mykologen stellten allerdings fest, dass sie in der Systematik nicht sehr nahe beieinander stehen.

Ein Beispiel hierfür ist ihre Ökologie. Während die Stäublinge (z. B. der Flaschenstäubling) zur Nährstoffversorgung die Waldstreu zersetzen, gehen der Wetterstern und die Hartschalenboviste (z. B. der Kartoffelbovist) als Mykorrhizapilze eine intensive Bindung mit den Wurzeln der Bäume ein.

Der Wetterstern kann dem Aussehen nach mit den häufiger vorkommenden Erdsternen verwechselt werden. Diese reagieren allerdings nicht auf eine Änderung der Feuchtigkeit.

Außen dick und innen ganz zart

Der Fruchtkörper des Wettersterns besteht aus zwei Hüllen: einer feuchten, fleischigen, dicken Außenhülle, die den Stern bildet, und einer dünnen, fast pergamentartigen, glatten, beigen Innenhülle. Der Fruchtkörper entwickelt sich zunächst für unsere Augen unsichtbar eingebettet in die Bodenstreu. Sind die Sporen reif, platzt die äußere Hülle sternförmig auf und drückt den Stern an die Oberfläche. Bei feuchter Witterung, die für die Sporenkeimung notwendig ist, entlässt der Pilz mit Hilfe der auf die innere Hülle treffenden Regentropfen seine Sporen. Dabei platzt seine innere ballonartige Fruchtschicht unregelmäßig auf. Die Innenseite seiner Außenhülle wirkt dadurch marmoriert.

Ein Freund trockener Gebiete

Auf Grund seiner besonderen Vorliebe für Kiefern und Eichen und der guten Anpassung an die Trockenheit finden wir den Pilz in Bayern am häufigsten in den trockeneren Regionen der Fränkischen Platte, in der Rezat- und Rednitz-Senke und im südlichen Oberpfälzer Becken. Eine weitere Verbreitung findet er südlich der Alpen.

Die Rote Liste von Bayern weist den Wetterstern als potentiell gefährdet (4) aus.

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