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Roland Olschewski

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Umwelt- und Ressourcenökonomie
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Artikel

Autor(en): Roland Olschewski et al.
Redaktion: WSL, Schweiz
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Wie lässt sich der Wert eines Schutzwaldes bestimmen?

Die Schutzleistung der Bergwälder dauerhaft sicherzustellen, verursacht Aufwand und Kosten. Diese Kosten sollen weiterhin mit öffentlichen Mitteln finanziert werden. Aber wie viel ist diese Leistung aus Sicht der Bevölkerung wert?

Schutzwald von Andermatt
Abb. 1 - Der Lawinenschutzwald von Andermatt. Anklicken zum Vergrössern.
Foto: Peter Brang (WSL)

Die Schweizer Wälder erbringen vielfältige Leistungen. Dazu gehört der Schutz der Bevölkerung vor Lawinen, Steinschlag und Rutschungen. In der Waldpolitik 2020 wird die Sicherstellung der Schutzwaldleistung als eine der fünf grössten Herausforderungen genannt. Sie soll weiterhin mit öffentlichen Mitteln finanziert werden. Aber wie viel ist diese Leistung aus Sicht der Bevölkerung wert?

Fallstudie in Andermatt

Um diese Frage zu beantworten, führte die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL in der Gemeinde Andermatt UR eine Untersuchung zur Bestimmung der Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung durch.  Die besondere Schutzfunktion des Waldes oberhalb Andermatt wurde bereits im Jahr 1397 erkannt und durch strikte Betretungsverbote und Nutzungseinschränkungen in einem Bannbrief sichergestellt. Seit 1874 führten Wiederaufforstungen zu einer Vergrösserung der Waldfläche von ursprünglich vier auf heute rund 24 Hektaren (Abb. 1).

Zahlungsbereitschaft für Lawinenschutz

In einer Internetbefragung wurden sämtliche 488 Haushalte in Andermatt zur Angabe ihrer Wertschätzung für den Lawinenschutz eingeladen. 129 Fragebogen wurden komplett ausgefüllt, was einer Rücklaufquote von rund 26% entspricht. Die Zahlungsbereitschaft für die Vermeidung von Lawinenschäden betrug im Durchschnitt der befragten Haushalte rund 450 Franken. Als Ergebnis ist daher festzuhalten, dass die Bevölkerung offenbar gewillt ist, einen rechten Teil der finanziellen Last zugunsten ihrer Sicherheit selber zu tragen.

Es wird aber auch deutlich, dass sie nicht unbedingt bereit ist, die vergleichsweise höheren Kosten von alternativen Massnahmen, wie z.B. Stahlbrücken und -netzen, vollständig zu übernehmen. Vielmehr beurteilen die Haushalte Konstruktionen aus Holz in Kombination mit Aufforstungsmassnahmen als adäquate Schutzmassnahmen.

Ein Vergleich der Kosten der verschiedenen Schutzmassnahmen zeigt eindeutig, dass der Erhalt und die Pflege des Schutzwaldes mit den geringsten Kosten verbunden sind (Tabelle 1), dies jedoch nur, wenn die Schutzwirkung des Waldes dauerhaft gewährleistet ist. Pflegemassnahmen sind also zentral.

Fazit: Waldbauliche Massnahmen sind die kosteneffizienteste Lösung für den Lawinenschutz, vorausgesetzt, dass die Anfälligkeit des Waldes gegenüber Sturmereignissen wirksam und nachhaltig reduziert werden kann.

 
Vergleich der Zahlungsbereitschaft mit den Kosten des Lawinenschutzes

Literatur

  • Bundesamt für Umwelt BAFU (Hrsg.) (2013): Waldpolitik 2020: Visionen, Ziele und Massnahmen für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Schweizer Waldes. Bundesamt für Umwelt, Bern. 66 S. PDF
  • Olschewski, R., Bebi, P., Teich, M., Wissen Hayek, U. & Grêt-Regamey, A. (2012): Avalanche protection by forests - A choice experiment in the Swiss Alps. Journal of Forest Policy and Economics. 15, 108-113. PDF
  • Olschewski, R. (2013): How to value protection from natural hazards - a step-by-step discrete choice approach. Natural Hazards and Earth System Sciences. 13(4), 913-922. PDF

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