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Artikel

Autor(en): Egbert Gleich
Redaktion: LFE, Deutschland
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So nutzt Damwild seinen Lebensraum: Ergebnisse einer GPS-Telemetriestudie in Brandenburg

Besenderter Damhirsch
Abb. 1: Ab jetzt auf Sendung im 10-Minuten-Takt: Damhirsch nach Anbringung des GPS-Senders.

Mit den gegenwärtigen Möglichkeiten der GPS-Telemetrie wurde die Lebensraumnutzung von wildlebendem Damwild in einem Untersuchungsgebiet inmitten des Biosphärenreservates „Schorfheide-Chorin“(Brandenburg) unter den Bedingungen der heutigen Forst- und Landwirtschaft untersucht. Zu diesem Zweck wurden 17 Stücken Damwild mit GPS-Senderhalsbändern versehen. Die Nutzung von insgesamt 111 Habitatelementen der Wald- und Feldflur durch die besenderten Tiere konnte dokumentiert werden.

In den sechs bevorzugten Waldhabitaten erfolgte die hauptsächliche Nutzung in pflanzenarmen Schatt- bzw. Dichtwaldhabitatelementen mit wenig bzw. sehr geringem Verjüngungspotential. Eine bevorzugte Nutzung von Waldhabitaten mit Drahtschmielenbewuchs konnte nicht festgestellt werden. Die Nutzung von vier hauptsächlich Habitatelemente der Feldflur konnte ermittelt werden. Dabei nehmen Gras- und Futterflächen eine bevorzugte Stellung ein. Die Nutzung in den späten Frühlings- und den Sommermonaten wird bezüglich des möglichen Wildschadens als bedenklich eingeschätzt. Erwartungsgemäß konnte ermittelt werden das mit zunehmender Entfernung der Feldflächen zum Waldrand die Nutzungsintensität der Feldflächen durch die besenderten Tiere abnahm.

Durch die Ortung von sieben Versuchstieren im 10-Minutentakt konnte die Wegstrecke je Flächeneinheit ermittelt werden. Weibliche Versuchstiere waren in ihren kleineren (durchschnittlich 501ha) Streifgebieten  mindestens ebenso aktiv wie die Hirsche in ihren größeren (durchschnittlich 1.581ha) Streifgebieten.

Beispiel für ein Habitatelement
Abb. 2: Beispiel für ein typisches Habitatelement imUntersuchungsgebiet: Pflanzenarmer-Buchen-Schattwald. [Zum Vergrößern bitte anklicken]

Am häufigsten genutzte Habitatelemente

Die folgenden 10 Habitatelemente [zum Öffnen bitte anklicken] wurde am häufigsten genutzt. Dabei konnte auch die Nutzung in den Ruhe- bzw. Aktivphasen ermittelt werden:

Pflanzenarmer Buchen-Schattwald
W32a1 Kat.-ID 330

  • Verjüngungspotential: sehr gering
    Nutzung: Ruhephasen: 78 % ; Aktivphasen: 22 %

Pflanzenarmer Kiefern-Buchen-Schattwald
W33a1 Kat.-ID 360

  • Verjüngungspotential: kein
    Nutzung: Ruhephasen: 69 % ; Aktivphasen: 31 %
Streifgebiet der besenderten Tiere
Abb. 3: Streifgebiete der besendertenTiere im Untersuchungsgebiet. [Zum Vergrößern bitte anklicken]

Blaubeer-Kiefer-Buchen-Schattwald
W33a3 Kat.-ID 362

  • Verjüngungspotential: sehr gering
    Nutzung: Ruhephasen: 63 % ; Aktivphasen: 37 %

Nadelbaum-Dichtwald
W42N1 Kat.-ID 410

  • Verjüngungspotential: kein – Seitensprossverbiss – Schäle
    Nutzung: Ruhephasen: 84 % ; Aktivphasen: 16 %

Blaubeer-Lockerdecken-Kiefern-Lichtwald
W11r7a Kat.-ID 116

  • Verjüngungspotential: mäßig
    Nutzung: Ruhephasen: 32 % ; Aktivphasen: 68 %

Himbeer-Drahtschmielen-Kiefern-Lichtwald
W11r3 Kat.-ID 112

  • Verjüngungspotential: mäßig – Äsung durch Krautschicht
    Nutzung: Ruhephasen: 34 % ; Aktivphasen: 66 %

Frischwiese, Grasland
OFw3 Kat.-ID 703

  • Wildschadenspotential(Damwild): sehr gering
    Nutzung: Ruhephasen: 21 %; Aktivphasen: 79 %

Wintergetreide-Schlag
OFg Kat.-ID 706

  • Wildschadenspotential(Damwild): mit fortschreitender Vegetation ansteigend
    Nutzung: Ruhephasen: 52 % ; Aktivphasen: 48 %

Sommergetreide-Schlag
OFgs Kat.-ID 725

  • Wildschadenspotential(Damwild): mit fortschreitender Vegetation ansteigend
    Nutzung: Ruhephasen: 46 % ; Aktivphasen: 54 %

Flächen mit Eiweißpflanzen und Ackerfutter
OFbb Kat.-ID 726

  • Wildschadenspotential(Damwild): Tritt- u. Liegeschäden tolerierbar
    Nutzung: Ruhephasen: 12 % ; Aktivphasen: 88 %

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