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Originalartikel: Hader, F. (2011): Walderwerb nur mit forstlichem Fachwissen möglich. BFW-Praxisinformation 26
Autor(en): Hader, F.
Online-Version: Stand: 01.02.2017
Redaktion: BFW, A

Walderwerb nur mit forstlichem Fachwissen möglich

Walderwerb nur mit forstlichem Fachwissen
Eine Exkursion zur Kleinwaldbewirtschaftung und eine Erntevorführung sollen den neuen Waldbesitzern die vielen Möglichkeiten der Waldbewirtschaftung aufzeigen

Wald liegt als Kapitalanlage voll im Trend: In wirtschaftlich turbulenten Zeiten entscheiden sich viele Menschen dazu, ihr Ver­mögen in Grund und Boden zu investieren. Die Vorteile sind hohe Wertsicherheit und Erträge aus der Waldbewirtschaftung.Kleinwaldbesitz hat für viele außerdem den Vorteil, dass die Bewirt­schaftung im aussetzenden Betrieb möglich ist und somit eine zeitliche Flexibilität bei der Planung der Arbeiten erlaubt. Ist man mit der Wald­arbeit in fachlicher oder zeitlicher Hinsicht überfordert, kann man die Arbeit an forstliche Dienstleistungs­unternehmen vergeben. Um die Entscheidungshoheit zu wahren, sollte der Waldeigentümer aber über grundlegendes Wissen um den Wald verfügen.

Forstliches Basiswissen vorausgesetzt

In Österreich ist der Erwerb von land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken an eine Genehmigung durch die Grundverkehrskommission geknüpft. Hat der Käufer keine forstliche Ausbildung, schreibt die Grundverkehrskommission den Besuch von einschlägigen Kursen vor. Ziel ist die Vermittlung von forstwirtschaftlichem Wissen; speziell zur Nutzung des Waldes, um so eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung sicherzustellen.

Grundverkehr ist Landessache, es gibt keine einheitliche Regelung für Österreich. In Oberösterreich wurde in Zusammenarbeit von Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) und dem oberösterreichischen Landesforstdienst eine Empfehlung erarbeitet, die den Umfang der vorgeschriebenen Ausbildung in Verhältnis zur Größe der erworbenen Waldfläche definiert (siehe Tabelle).

Tabelle: Vorgeschlagene Weiterbildungsmaßnahmen für Waldkäufer

Flächengröße Dauer Kurs
bis 2 ha
zweitägig Basisinformation zur Waldbewirtschaftung
2-10 ha
eine Woche
Waldbewirtschaftung für Neueinsteiger (einwöchig)
10-50 ha
zwei Wochen
Waldbewirtschaftung für Neueinsteiger (zweiwöchig)
> 50 ha
sechs Wochen
Forstfacharbeiterkurs - ohne Prüfung (Infos)

Bis zwei Hektar: zweitägiger Kurs

So ist beim Erwerb bis zwei Hektar Waldfläche die Schulungsmaßnahme "Basisinformation zur Waldbewirtschaftung" vorgesehen. In zwei Tagen werden die Grundlagen der forstlichen Produktion und Erntetechnik behandelt und die Institutionen und Akteure in Österreichs Forstwirtschaft vorgestellt. Eine Exkursion zur Kleinwaldbewirtschaftung und eine Erntevorführung zeigen die erforderlichen Arbeiten im Wald und sollen Ideen für die viel­fältigen Möglichkeiten in der Waldbewirtschaftung geben, aber auch die Gefahren aufzeigen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen sich einen ersten Überblick über die Forstwirtschaft verschaffen und es soll Interesse für weitere Vertiefung geweckt werden. Sind die gekauften Flächen größer, so steigt auch der von der Grundverkehrskommission vorgeschlagene Umfang der Schulungsmaßnahme.

Zuerst Skepsis, dann Großteil zufrieden mit Kurspflicht

Die Evaluierung der Kurse 2010 zeigt folgendes Bild: Zunächst sehen viele Waldkäuferinnen und -käufer die Auflage der Grundverkehrskommission als lästige Pflichterfüllung, nach Absolvierung der Weiterbildungsmaßnahme beurteilt der weitaus größte Teil diese positiv.

Eine Exkursion zur Kleinwaldbewirtschaftung und eine Erntevorführung sollen den neuen Waldbesitzern die vielen Möglichkeiten der Waldbewirtschaftung aufzeigen.

Mehr im Web

Kurskalender der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort bei Gmunden