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Artikel

Autor(en): Stefan Kramer
Redaktion: LWF, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 1 Kommentar
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Weiderechtsbereinigung durch Weiderechtskommission

Selbst ein Gesetz konnte die Konflikte zwischen den Bauern mit ihren uralten Weiderechten und der Staatsforstverwaltung nicht lösen. Erst seit der Gründung der Weiderechtskommission 1960 können die Weiderechte wieder für beide Seiten zufriedenstellend geregelt werden.

Stefan Kramer
 
Michael Hinterstoißer
Stefan Kramer (oben) und Michael Hinterstoißer (unten) vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Miesbach sind die Mitglieder der Weiderechtskommission.

Weiderechtskommission in Bayern

Innerhalb von zwei Jahren nach dem Inkrafttreten des Bayerischen Forstrechtegesetzes (FoRG) hatte sich gezeigt, dass die seit langem bestehenden Konflikte zwischen den weideberechtigten Bauern und der Staatsforstverwaltung nicht einfach durch den Erlass eines Gesetzes zu lösen waren. Daher wurden in diesem Zeitraum praktisch keine Weiderechte geregelt. Als Konsequenz aus dieser Entwicklung hat das Landwirtschaftsministerium im Jahre 1960 die Weiderechtskommission gegründet.

Die Kommission hatte und hat es bei der Konfliktlösung vor allem aus zwei Gründen leichter:

1. Sie kommt von außen, ist also nicht in die meist jahrzehntelangen Auseinandersetzungen vor Ort verwickelt.

2. Sie ist paritätisch mit je einem Mitglied der Landwirtschafts- und der Forstverwaltung besetzt und wird daher von allen Beteiligten als neutraler Vermittler wahrgenommen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlungstätigkeit ist jedoch, dass sich die Mitglieder der Weiderechtskommission persönlich und fachlich gut abstimmen und sich nicht als Funktionäre ihres jeweiligen Teilbereichs verstehen. Sonst sitzen nämlich einfach zwei Kontrahenten mehr am Verhandlungstisch – einer für die Forst- und einer für die Landwirtschaftsseite.

Möglichkeiten der Weiderechtsbereinigung nach dem FoRG

1. Ablösung in Geld
Der Berechtigte erhält für sein Weiderecht einen entsprechenden Gegenwert in Geld. Die Höhe des Ablösungsbetrages hängt neben dem Bereinigungsumfang auch von der Kategorie des belasteten Waldes ab. Die Spanne der Höchstsätze reicht von 4.500 Euro/NKG* im "normalen" Bergwald bis hin zu 5.500 Euro/NKG* in Sanierungsgebieten.

2. Ablösung in Grundstücken
Wenn geeignete Flächen vorhanden sind, kann der Berechtigte statt des Ablösungsbetrages auch ein gleichwertiges Wiesen- oder Waldgrundstück des Freistaates Bayern erhalten.

3. Umwandlung in ein Holzrecht
Das Weiderecht wird nach einem festen Umrechnungssatz (1 NKG* = 1,1 fm Bauholz) in ein Holzrecht umgewandelt.

4. Verlegung des Rechts
Das Weiderecht wird auf eine staatsforsteigene Grünlandfläche (Alm oder Talwiese) verlegt. Die Bayerische Staatsforsten (BaySF) baut den ersten Weidezaun. Der Zaununterhalt liegt beim Berechtigten, wobei die BaySF das Material stellt.

5. Trennung von Wald und Weide
Für die Aufgabe oder Verringerung der Waldweide wird die Lichtweide mittels Rodung vergrößert. Rodung (keine Stockrodung) und Schlagräumung übernehmen die BaySF, zur Einsaat der Flächen ist der Berechtigte verpflichtet. Die Zäunung der Rodungsflächen ist wie bei der Rechtsverlegung geregelt.

6. Kombinationsmöglichkeiten
Die einzelnen Bereinigungsformen können auch kombiniert werden. Wenn z. B. eine Rodungs- oder Verlegungsfläche nicht für den gesamten Bereinigungsumfang ausreicht, werden die verbleibenden NKG* häufig in Geld abgelöst oder in ein Holzrecht umgewandelt.

*NKG = Normalkuhgras; 1 NKG ist der Futterbedarf einer Kuh an 100 Weidetagen

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