Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Bernhard Perny

[image reference is broken]

Bundesforschungszentrum für Wald
Institut für Waldschutz
Seckendorff-Gudent-Weg 8
A-1131 Wien

Telefon: +43 (1) 87838 - 1103
Telefax: +43 (1) 87838 - 1250

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Bernhard Perny, Marianne Schreck
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 58.3358.3358.3358.3358.33 (79)

Der Christbaum im Härtetest

Jedes Jahr stehen die meisten von uns vor der Qual der Wahl: Auf welchen Christbaum soll man setzen? Qualität, Preis und Herkunft müssen stimmen. Gibt es auch biologisch zertifizierte Bäume?  Wie soll man mit Christbäumen im Topf umgehen?

Zugeschneiter Baum. www.sxc.hu/Petr Vins
Schütteln, Streichen, Kratzen - Mit einfachen Testskann man überprüfen, ob ein Baum bzw. seine Nadeln frisch sind

Woran erkennt man, ob ein Christbaum ein heimischer ist? Es gibt zwar kein offizielles "Österreich-Siegel" für Christbäume, jedoch haben fast alle Bundesländer eigene Christbaumschleifen, die auf www.weihnachtsbaum.at abrufbar sind. Für Biochristbäume gibt es zwar bereits EU-Anbaurichtlinien, aber ebenfalls noch keine offizielle Zeichen. Sehr wohl aber sollte jeder Bioproduzent ein Biozertifikat vorweisen können.

Woher kommen Christbäume und wann werden die Christbäume tatsächlich geschnitten?

In Österreich werden pro Jahr mehr als zweieinhalb Millionen Christbäume verkauft. Nur etwa 10 Prozent davon werden aus Dänemark oder aus den benachbarten Mitgliedsstaaten importiert. Die Trend geht in Österreich weiterhin in Richtung des in der Region aufgewachsenen Christbaumes. Die Christbaumproduzenten setzen daher in der Weihnachtszeit weiter auf heimische Bäume, meist Nordmanntannen (gesamtwirtschaftliche Bedeutung).

Große Nachteile der Importchristbäume sind der frühere Erntezeitpunkt und der Transport. Die heimischen Bäume werden zum größten Teil erst kurz vor dem Verkauf geerntet und weisen einen viel kleineren ökologischen Fußabdruck auf (Christbaummarkt in Österreich).

Wie erkennt man, ob ein Christbaum frisch ist?

Frische Christbäume erkennt man an der intensiven Grünfärbung der Nadeln und bei Tannen daran, dass sie geschmeidig weich sind, sich also ohne größeren Widerstand biegen lassen. Eine fahlere Färbung und spröde, trocken wirkende Nadeln, die beim Biegen einen gewissen Widerstand leisten oder gar brechen, sind schon trocken und können vorzeitig abfallen. Vorsicht bei Blaufichten, deren Färbung ist blau-weißlich. Alle gelb oder bräunlich verfärben Nadeln sind krank und können ebenfalls vorzeitig abfallen. Bei biologisch gezogenen Christbäumen finden sich natürlich gelegentlich da und dort verfärbte Nadeln, die mancher wohl gerne toleriert,  wenn dafür der Baum weitgehend frei von Pflanzenschutzmitteln großgezogen wurde.

Tests zum Prüfen der Baumfrische

Mit einfachen Tests, wie sie auch von der ARGE Weihnachtsbaum empfohlen werden, kann man überprüfen, ob ein Baum bzw. seine Nadeln frisch sind.

Schütteltest | Den Baum kräftig schütteln oder auf den Boden aufstampfen. Ein frischer Baum verliert keine Nadeln bzw. wenige Nadeln im inneren, unteren Kronenbereich.
Streichtest | Ast mit der Hand umfassen und von innen nach außen über die Nadeln streichen. Der frische Baum behält seine Nadeln.
Kratztest | Vorsichtig ein kleines Stückchen Rinde abkratzen. Der darunterliegende Bast und das Holz eines frischen Baumes sind noch feucht.

Kann man das Austrocknen verlangsamen?

Das vorzeitige Austrocknen kann man durch folgende Maßnahmen verlangsamen:  Zum einen wirken ein möglichst später Erwerb des Baumes und eine Lagerung in einem kühlen und eventuell dunklen Umfeld (Keller, im Freien) einem raschen Austrocknen entgegen. Zum anderen kann ein Christbaumständer bei dem der Stamm im Wasser steht, ebenfalls das Austrocknen verzögern. Der Christbaum kann über den Stamm auch im abgeschnittenen Zustand noch Wasser in die Äste transportieren. Dazu sollte der äußere Holzmantel des Stammfußes weitgehend unbeschädigt sein und um einige Zentimeter gekürzt werden. Nicht vergessen, regelmäßig Wasser nachzufüllen.

Ein sehr wirksames Mittel gegen frühzeitigen Nadelverlust ist Glyzerin, das in Drogerien und Apotheken erhältlich ist. Dazu mischt man ein Teil Glyzerin in zwei Teile Wasser. Diese ungiftige Mischung wird in den Nadeln eingelagert, wodurch die Feuchtigkeit länger behalten wird. Steht der Christbaum nahe der Heizung, verkürzt das seine Lebensdauer.

Alle Jahre wieder: Christbäume als Topfpflanzen. Was gibt es zu beachten?

Seit einigen Jahren wird auch immer wieder ein sogenannter "lebender Christbaum" im Topf nachgefragt. Diese Pflanzen sollten bereits längere Zeit im Topf großgezogen worden sein, damit sie gut verwurzelt sind und sich später im Topf oder ausgepflanzt ausreichend ernähren können. Lebende Christbäume sollen bis kurz vor dem Heiligen Abend kühl aufbewahrt werden und nur kurz (fünf bis maximal zehn Tage) im geheizten Raum bleiben. Bei sehr kalten Außentemperaturen kann es durch den Verlust der Frosthärte zu empfindlichen Frostschäden kommen.

Vor allem lebende Tannenchristbäume sollten nicht zu groß sein, da die Wurzeln sehr tief reichen. In kleinen, handlichen Töpfen sind die Wurzeln großer Tannen meist geschädigt und wachsen möglicherweise nicht richtig an. Bei intakter Wurzel und kurzer Verweildauer in Innenräumen sollte ein Anwachsen bzw. Überleben im Topf kein Problem sein.

Mehr auf waldwissen.net