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Artikel

Autor(en): Manuel Völkl
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 1 Kommentar
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Borkenkäfer an Douglasie

Im Jahr 2007 wurden im Rahmen einer Diplomarbeit an der HBLA Bruck/Mur die Schadensanfälligkeit und die Schadorganismen an der Douglasie untersucht. Nicht die erwarteten Schädlinge, wie der Kupferstecher, sind für die Douglasie gefährlich, sondern der Furchen­flügelige Fichtenborkenkäfer.

Schadbild des Furchenflügeligen Fichtenborkenkäfers
Schadbild des Furchenflügeligen Fichtenborkenkäfers im Kronenbereich

Der zunehmenden Verbreitung der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) stehen nicht nur Befürworter gegenüber. Vor allem in den 1970er Jahren wurde die Douglasie vermehrt als so genannter Fichtenersatz künstlich in Bestände eingebracht (Infos zu Dauerversuchsflächen). Im Zuge der Diplomarbeit "Waldschädlinge an Douglasie" (Völkl 2008), erstellt an der Höheren Bundeslehranstalt (HBLA) für Forstwirtschaft in Bruck/Mur, wurde die Schadensanfälligkeit dieser Baumart untersucht.

Die Erhebungsfläche in Lockenhaus stellte die Fürst Esterházy´sche Privatstiftung zur Verfügung, sie hat die Arbeit auch dankenswerterweise unterstützt. Der darauf stockende Bestand wurde vor 35 Jahren mit Douglasien aufgeforstet. Heute befindet sich auf dem trockenen Hang ein Douglasien-Kiefernwald. Die Arbeit umfasste neben der Dokumentation mechanischer Schäden die Erfassung der Intensität des Käferbefalls und der Pilzkrankheiten.

Weiters wurden die Relation zwischen Befallsintensität und Vitalität des Einzelbaumes, der Befallsdruck in den einzelnen Stammdritteln sowie die unterschiedliche Entwicklungsdauer der Käfer an Douglasie bzw. Fichte erhoben.

Vorgangsweise

Zur Erhebung des Käferbefalles wurden im März und Juni Fangbäume vorgelegt. Jeweils eine Hälfte der Fangbäume wurde auf schattigen bzw. sonnigen Standorten positioniert. Pro Laufmeter wurden zwei versetzte 10 x 10 cm große Probefelder zur Datenerfassung festgelegt. Kontrollaufnahmen wurden im zweiwöchigen Abstand durchgeführt, wobei die Befallsintensität und der Status der Brutentwicklung besonders im Vordergrund stand. Die unterschiedliche Positionierung der Fang­bäume sollte mögliche Unterschiede zwischen den einzelnen Lagerstandorten verdeutlichen. 

Douglasien-Fangbaum
Douglasien-Fangbaum im Bestand

Im Anschluss an die Fangbaumvorlage wurde um jeden Fangbaum eine Probefläche mit 10 m Radius eingerichtet. Alle sich in diesem Kreis befindlichen Douglasien wurden genau eingemessen, nummeriert und im Herbst für Erhebungszwecke gefällt. Anhand der gewonnen Daten konnte analysiert werden, ob die Befallsintensität auf der gesamten Fläche gleich ge­blieben oder mit zunehmender Nähe zum Fangbaum gestiegen war.

Entomologische Ergebnisse

Direkt an den Fangbäumen konnten zwei heimische und erwartete Käferarten nachgewiesen werden: der Buchdrucker (Ips typo­graphus) und der Kupfer­stecher (Pityogenes chalcographus). Wie be­reits bei der Fichte be­kannt, befielen Buchdrucker die stärkeren und Kupfer­stecher die schwächeren Stammabschnitte der Douglasie (Biologie der Buchdruckerarten).

An den im An­schluss gefällten Bäumen im Probekreis konnten neue Er­kenntnisse ge­wonnen werden: Es wurde ein überaus starker Stehend­befall des Furchenflügeligen Fichtenborken­käfers (Pityophthorus pityographus) nachgewiesen. Bisher war dieser nur als Sekundärschädling bekannt. Die Befallsintensität nahm mit der Entfernung zu den Fangbäumen stetig ab (weitere Forstschutzprobleme an Douglasie). 

Es war anzunehmen, dass bei Douglasie ein geringerer Befall als bei Fichte auftritt, da durch ihre sehr starke Harzbildung ein Schutzfilm entsteht, der sich negativ auf die Brut auswirkt. Tatsächlich wurde bei den untersuchten Probestämmen die Larvenent­wicklung offensichtlich durch den starken Harzfluss verhindert. Die vereinzelt aufgetretenen Puppenwiegen wurden ebenfalls mit Harz ausgegossen, wodurch die Puppen auch abgestorben sind. Nach der Fällung aller Bäume im Herbst wurde weiters festgestellt, dass 35 % der Stämme mit Hallimasch (Armillaria mellea) be­fallen waren.

Abschließend kann festgehalten werden, dass die Douglasie in den heimischen Nadelholzbeständen regional fest etabliert ist und - abweichend von der forstlichen Meinung der letzten Jahrzehnte - bereits ein breites Spektrum an Schadorganismen aufweist. Es ist zu erwarten, dass sich die Douglasie künftig weiter ausbreiten und somit an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnen wird. Problematisch ist ihre Einwanderung in Mischwälder, da sie dort waldbauliche Ziele, wie Waldumbau und Berücksichtung der potenziellen natürlichen Waldgesellschaft, beeinträchtigt.

Literatur

Völkl, M. 2008: Waldschädlinge an Douglasie. Diplomarbeit, Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/Mur: 96 S.