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Artikel

Autor(en): Gerhard Waas
Redaktion: LWF, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
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Förster suchen mit Polizei-Hubschrauber nach Borkenkäfernestern

GPS hilft bei der zeitnahen und punktgenauen Kartierung im Hochgebirge

Blick aus dem Hubschrauber auf Berghänge
Abb. 1: Blick aus dem Hubschrauber auf ein Borkenkäfernest in steilem Gelände.

Zeitlich etwas verzögert kam es ab Mitte Juli 2004 auch im Hochgebirge zu teilweise massivem Stehendbefall durch Buchdrucker und Kupferstecher.

Viele Bestände in den oberbayerischen Alpen waren als Folge des trockenen Sommers 2003 durchzogen mit einzelnen absterbenden Fichten. Besonders in schlecht zugänglichen Lagen war es vielfach nicht möglich, den nachfolgenden Borkenkäferbefall zu entdecken - flächiges Suchen nach Bohrmehl oder nach grünen Nadeln am Boden scheidet in diesen Lagen aus.

Die Polizeihubschrauberstaffel-Bayern erklärte sich Ende August kurzfristig bereit, nach Kontakten des Forstministeriums und der Forstdirektion Oberbayern-Schwaben, einen Kontrollflug im Forstamtsbereich Schliersee durchzuführen.

Zwei Revierleiter des Forstamtes kontrollierten dabei etwa 7.000 ha Bergwald (Staatswald und Privatwald). Als Ausrüstung dienten ein Schreibblock, eine Digitalkamera, ein digitales Diktiergerät und ein GPS-Handempfänger. Die Borkenkäfernester wurden fotografiert, Notizen dazu aufgeschrieben und auf Band gesprochen, was trotz des Lärms im Hubschrauber gut funktionierte.

Während man die Befallsherde im Staatswald gut lokalisieren konnte, war es im Privatwald oft nicht möglich, die Flächen so zu beschreiben, dass der Eigentümer ermittelt werden konnte. Hier wurde das GPS-Gerät eingesetzt.

Polizeihubschrauber
Abb. 2: Polizeihubschrauber.

Sobald sich der Hubschrauber über einem Borkenkäfernest befand, wurden die aktuellen Koordinaten gespeichert. Unmittelbar nach dem Flug diskutierten die beiden Revierleiter am PC die digitalen Fotos und zeichneten die Bestände in die Forsteinrichtungskarten ein.

Die betroffenen Privatwaldbesitzer fand man heraus, indem die Koordinaten in die georeferenzierte TOP 50 eingetragen und dann per Vergleich mit der Luftbildkarte die Flurnummern ermittelt wurden. War dies nicht möglich, so konnte das Vermessungsamt weiterhelfen. Die Vermessungsämter waren zu dieser Zeit mit der "Landwirtschaftlichen Feldstückserfassung" betraut und können über dieses Programm bei vorhandener Koordinate die Flurnummer feststellen.

Die erfahrenen Piloten der Polizei leisteten perfekte Arbeit, indem sie Flugtempo und Positionierung des Hubschraubers immer ideal den Bedürfnissen anpassten. Ihnen sei an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für diesen sehr innovativen und sinnvollen Einsatz gedankt.

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