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Originalartikel: Stroheker, S.; Forster, B.; Queloz, V., (2019). Borkenkäfer: Buchdruckerbefall nimmt weiter zu. Waldschutz Aktuell 1/2019, www.waldschutz.ch
Autor(en): Sophie Stroheker, Beat Forster, Valentin Queloz
Online-Version: Stand: 11.02.2019
Redaktion: WSL, CH

Starke Zunahme des Buchdruckers in der Schweiz

Der Buchdrucker (Ips typographus) ist in der Schweiz weiter auf dem Vormarsch. Mit landesweit 735'000 m3 befallenem Fichtenholz betrug die Käferholzmenge 2018 mehr als das Doppelte des Vorjahrs und erreichte damit den höchsten Stand seit über zehn Jahren. Mehrere Sturmereignisse und die extreme Sommertrockenheit haben die Entwicklung des Borkenkäfers begünstigt.

In allen Kantonen auf der Alpennordseite nahmen die Käferholzmengen bis Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Werte variierten jedoch stark zwischen den Regionen, wie die Borkenkäfer-Umfrage von "Waldschutz Schweiz" an der Eidg. Forschungsanstalt WSL zeigt.

Eine von Borkenkäfern befallene Fichtengruppe in Unterstammheim  
Abb. 1 - Eine von Borkenkäfern befallene Fichtengruppe im September 2018 in Unterstammheim, ZH.
Foto: Beat Wermelinger (WSL)
 
   

Die Borkenkäfer profitierten vielerorts vom ausreichend zur Verfügung stehenden Brutmaterial: Im Winter 2017/18 hatten mehrere Stürme auf der Alpennordseite zehntausende Fichten umgeworfen oder gebrochen, im Frühling stieg dann die Temperatur markant an und im Sommer sorgten schliesslich die anhaltende Regenarmut und Hitze für extrem trockene Verhältnisse. Diese Kombination machte zahlreiche Fichten anfällig für Borkenkäferbefall und bot dem Buchdrucker Nahrung und Lebensraum im Überfluss. Dank der hohen Temperaturen entwickelte Ips typographus in den Tieflagen statt der üblichen zwei sogar drei Generationen. Die überwinternde Käferpopulation ist dadurch grösser als in früheren Jahren.

Besonders aus dem Mittelland, dem Jura und der Ostschweiz (ausser Graubünden) meldeten die Forstdienste eine starke Zunahme der Käferholzmengen. Im Extremfall stiegen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr bis um das Zwölffache. Im Gegensatz dazu blieb der Befall in den Alpen und in der Südschweiz praktisch konstant oder nahm in einzelnen Regionen sogar leicht ab. Die Zahl neu befallener Fichtengruppen (Befallsherde) verdoppelte sich nahezu im Vergleich zum Vorjahr von schweizweit 4'600 auf 9'100.

   
 
   
Käferholz und Befallsherde in der Schweiz 1998 – 2018  
Abb. 2 - Buchdrucker: Menge des Käferholzes und Anzahl der Befallsherde (Käfernester) in der Schweiz von 1998–2018. Anklicken zum Vergrössern. Quelle: Waldschutz Schweiz (WSL)
 
   

Ausblick

Sollte das Jahr 2019 erneut sehr warm und trocken werden, dürfte die Befallssituation durch den Buchdrucker kritisch bleiben. Derzeit befinden sich in den Waldbeständen noch immer zahlreiche geschwächte, bruttaugliche Fichten aus dem Vorjahr. Die Situation wird sich wahrscheinlich nur langsam beruhigen.

Dementsprechend ist dem Monitoring und der Bekämpfung des Buchdruckers auch 2019 die nötige Beachtung zu schenken. Vor allem Waldbestände, in denen schon 2018 zahlreiche stehende Fichten von Borkenkäfern befallen wurden, sollte man ab April regelmässig beobachten. Dies betrifft vor allem von Sturm heimgesuchte Gebiete, der Sonne ausgesetzte kritische Schlagränder und Käfernester aus dem Vorjahr.

Um weiterem Borkenkäferbefall vorzubeugen, sollten befallene Fichten rechtzeitig gefällt und aus dem Wald abgeführt oder entrindet werden – also noch bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt. Zur Überwachung der Käferpopulationen bieten sich Lockstoff-Fallen an, und die Borkenkäfer-Simulation der Forschungsanstalt WSL hilft, den regionalen Flugbeginn des Buchdruckers abzuschätzen.

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