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Oswald Odermatt

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Artikel

Autor(en): Oswald Odermatt, Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
Kommentare: Artikel hat 1 Kommentar
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Rotwild schält Eibenbestände bei Zürich

Schälschäden durch Rothirsche sind vor allem an Eschen und Fichten bekannt. Im Kanton Zürich zeigen die Hirsche eine besondere Vorliebe für die Rinde von Eiben, was die international bedeutenden Eibenvorkommen bedroht.

Saft- bzw. Sommerschälung
Abb. 1 - Saft- bzw. Sommerschälung.
Foto: Oswald Odermatt (WSL)

Der Rothirsch (Cervus elaphus) breitet sich im Schweizer Mittelland aus. Die aus den Alpen zugewanderten Tiere zeigen eine ganz besondere Vorliebe für die Rinde von Eiben (Taxus baccata). Nachdem schon im Tössstockgebiet (vgl. Abb. 2) in den vergangenen Jahren die Eiben in grossem Umfang geschält worden waren, stellte man dasselbe nun auch im Gebiet Albis fest, einem Hügelzug, der für sein Eibenvorkommen international bekannt ist.

In den Wäldern zwischen Langnau am Albis und der Albispasshöhe wurde im Sommer 2017 Schälschäden an den Eiben (Abb. 1) festgestellt. Zum Teil war die Schälung stammumfassend (Abb. 3). Einzelne Bäume sind bereits an den Folgen dieser Verletzungen abgestorben (Abb. 4). Auffallend war auch, dass in vielen Fällen die Stammanläufe bis unmittelbar über dem Erdboden entrindet waren (Abb. 5).

Automatische "Wildkameras", die extra zur Dokumentation dieser Schälungen installiert wurden, brachten Erkenntnisse über Art und Anzahl der Tiere sowie den Zeitpunkt und den Ablauf der Stammschälungen. Bis zu vier männliche Hirsche (Zehn- und Zwölfender) konnten mit den Wildkameras erfasst werden (Abb. 6). Diese schälten die Eiben in den wärmsten Monaten, im Juli und August, einmal um 10 Uhr morgens und einmal am späteren Nachmittag um 16 Uhr (Videos).

   
Karte der betroffenen Gebiete  
Abb. 2 - Lage der erwähnten Gebiete. Kartengrundlage: Wikipedia, GNU Free Documentation License.
 
   
entrindeter Eibenbestand
Abb. 3 - Lokal sind sämtliche Eiben stammumfassend entrindet. Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 
Nach Schälung abgestorbene Alteibe Wurzelanlauf geschält  
Abb. 4 - Nach Schälung abgestorbene Alteibe. Foto: Oswald Odermatt (WSL)
Abb. 5 - Wurzelanlauf geschält.
Foto: Oswald Odermatt (WSL)
 
     
Schälende Hirsche, aufgenommen mit Fotofallen
Abb. 6 - Schälende Hirsche, aufgenommen mit Fotofallen. Fotos: Oswald Odermatt (WSL)
 

Die Schälungen unterscheiden sich damit in Zeitpunkt, Baumart und den betroffenen Stammpartien grundlegend von den aus den traditionellen Rotwildgebieten der Ostschweiz bekannten Schälschäden. Diese ereignen sich hauptsächlich im Spätwinter, vor allem an Eschen und Fichten. Der Stammfuss ist in diesen Fällen nur ausnahmsweise betroffen, etwa wenn Fichten schon verborkt sind oder der Stamm mit Schälschutznetzen oder chemischen Mitteln gegen das Schälen geschützt ist.

Bedeutung

Die Eibe ist im Gebiet Albis stark vertreten. Die ganze Region ist ein international bekanntes Eibenvorkommen und die Baumart ist Gegenstand eines Eibenförderungsprojektes des Kantons Zürich. Nachdem bereits die Eibenverjüngung aufgrund des Verbisses durch Rehe nur mit technischen Schutzmassnahmen aufwachsen kann, ist die Erhaltung des etablierten Bestandes umso wichtiger und sein Ausfall wiegt entsprechend schwerer.

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