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Ulrich Wasem

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Störungsökologie
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Artikel

Autor(en): Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
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Die Bedeutung des Kleinstandortes bei Aufforstungen im Gebirge

In Gebirgslagen ist die Auswahl des Saat- oder Pflanzortes von grösster Bedeutung für den Erfolg einer Aufforstung. In diesen klimatisch ohnehin ungünstigen Gebieten entscheiden bereits minimale Standortsunterschiede über Erfolg oder Misserfolg der Pflanzung.

Verjüngungsfreundliche Standorte

  • rasch ausapernde Stellen
  • Geländeerhöhungen (Rippen, Kuppen)
  • Bereiche um alte Baumstrünke oder Wurzelteller
  • Bereiche um liegengelassenes, quer zum Hang gefälltes Baumholz
     
Fichtenkeimling junge Arve Verjüngung um Moderholz
Abb. 1 - Fichtenkeimling in der Nähe von Totholz
Abb. 2 - Arve im Schutz von totem Baumstamm
Abb. 3 - Üppige Verjüngung um einen vermodernden Strunk
     
Fotos: Ulrich Wasem (WSL)    
     

Verjüngungsfeindliche Standorte

  • Geländevertiefungen, krautreiche Mulden
  • Hochstaudenfluren
  • Reitgrasflächen
  • Standorte mit Vernässungszeigern
  • Standorte mit dicker Rohhumusauflage
  • Lagen mit langer Schneebedeckung (Pilzbefall, kurze Vegetationsperiode)
  • Hänge mit Schneebewegungen
     
dichtes Gras Hochstauden schneereiche Lagen
Abb. 4 - Dichter Grasbewuchs
Abb. 5 - Hochstauden
Abb. 6 - Lange Schneebedeckung
     
Fotos: Ulrich Wasem (WSL)    

Auf solchen Standorten ist ein Aufforstungserfolg äusserst schwierig. In Runsenlagen, die schon früher nicht bestockt waren, lässt sich meist keine Bestockung erzwingen.

Standorte mit viel Sonne

Auf trockenen, warmen Südhängen sind die Sonneneinstrahlung, die extremen Temperaturschwankungen der Bodenoberfläche und die Trockenheit, die limitierenden Faktoren. Bei der Bodenbearbeitung zur Anlage der Verjüngungsplätze ist darauf zu achten, dass die Vegetation nicht grossflächig entfernt wird. Auf ein vollständiges Ausmähen der Saaten sollte man verzichten, damit die Sämlinge leicht beschattet bleiben. Nur bei starker Vegetationskonkurrenz ist eine Pflege ratsam. Bei der Wahl der Saatplätze ist eine zusätzliche Beschattung durch Altbäume über die Mittagszeit erwünscht. Leichtes Abdecken der Verjüngungsplätze mit Fichten- oder Tannenreisig, um eine "Überhitzung" der Keimlinge/Sämlinge zu verhindern, ist eine weitere erfolgversprechende Variante an Südhängen.

Standorte mit wenig Sonne

An kühlen, schattigen Nordhängen ist meist die Temperatur der limitierende Faktor. Es ist angebracht, die Krautschicht zu entfernen, damit die Pflanzungen oder Saaten zusätzliche Wärme erhalten. Saaten und Aufforstungen im Schatten von Bestandesrändern oder unter dem Trauf von Altbäumen haben an Nordhängen geringe Anwuchschancen.

Bermen: Kleinstandorte künstlich verbessern

Bermen
Abb. 7 - Mit künstlich angelegten Bermen lassen sich die Kleinstanorte für Aufforstungen verbessern.
Foto: Walter Schönenberger (WSL)

Um die Erfolgschancen bei Aufforstungen zu erhöhen, bietet es sich unter bestimmten Voraussetzungen an, sogenannte Bermen oder Bermentritte ins Gelände zu graben.

Falls auf Bermen gepflanzt wird, sollte man die Saaten/Pflanzungen in der Mitte zwischen Bermenwand und Bermenkante angelegen. Kleine Bäume werden an der Bermenwand oft durch abrutschende Feinerde überdeckt. Die Bermenkante ist ebenfalls nicht ideal, da Gleitschnee die Bäume ausgreissen kann.

Im ersten Winter nach Erstellen der Bermen besteht die Gefahr einer Frosthebung. Darum ist es ratsam, die Bermen und Bermentritte im Jahr vor der geplanten Verjüngung zu bauen.

Was sind Bermen?

Eine Berme ist ein horizontales Stück oder ein Absatz in einer Böschung, eines Dammes, einer Baugrube oder einem Hang. Sie unterteilt die Böschung in zwei oder mehrere Abschnitte. Eine Berme soll den Erddruck auf den Fuß der Böschung vermindern. Eine Böschung mit steilem Hang und Bermen ist standsicherer als eine durchgehende Böschung ohne Bermen.

Quelle: Wikipedia

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