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Stefan Tretter

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

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Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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LWF-Merkblatt Nr. 37 – Freisaaten im Wald

Noch vor wenigen Generationen waren Waldsaaten eine praxisübliche Methode im Forst. Zwischenzeitlich vergessen, sind Freisaaten im Wald wieder Thema, um Bestände zu begründen und Mischbaumarten einzubringen.

vorbehandeltes Rotbuchensaatgut
Abb. 1: Vorbehandeltes Rotbuchensaatgut mit erkennbarer Entwicklung der Keimlingswurzel (Foto: W. Rothkegel).

Grundsätzlich bieten Saaten im Wald dem Waldbesitzer viele Chancen. Beispielsweise können sich die Wurzeln der Bäume ungestört entwickeln, durch die hohe Samenzahl können sich die vitalsten Sämlinge selektieren oder es können später Wildlinge gewonnen werden. Saaten bergen aber auch Risiken. So können ungünstige Witterungsverhältnisse oder Wildverbiss Probleme bereiten.

Voraussetzungen

Nicht jeder Standort ist für eine Saat geeignet und daher vorab zu überprüfen. Ebenso der Bodenzustand. Eine gute Ausgangsposition des Oberbodens ist "von weitem grün – aus der Nähe noch braun". Günstige Humusformen sind Mull oder mullartiger Moder. Kritisch zu beurteilen ist vor der Saat die Konkurrenz durch vorhandene Naturverjüngung oder Begleitflora. Wichtige Aspekte sind auch Bestandsalter, Lichtsituation und Bestandsdichte sowie Bestandsstabilität.

Das benötigte Saatgut sollte dem Waldbesitzer für die gewünschte Baumart in ausreichender Menge, guter Qualität, mit passender Herkunft, möglichst zertifiziert, professionell geerntet, gelagert und aufbereitet zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

Bodenvorbereitung und Aussaat

Streifensaat mit Pferd
Abb. 2: Vorbereitung der Streifensaat von Weißtanne mit pferdegezogener Scheibenegge (Foto: E. Engeßer).
 
aufgelaufene Eichensaat
Abb. 3: Erfolgreich aufgelaufene zweijährige Eichensaat (Foto: O. Ruppert).

Die Saat erfordert eine separate oder mit ihr kombinierbare Bodenvorbereitung. Die Techniken dafür sind vielgestaltig: Möglich sind Mulchen, Fräsen, Pflügen/Eggen oder Grubbern. Das Ziel ist, ein gutes Keimbett für die Samen zu schaffen.

Kleinflächige Saaten können mit Pflanzhauen/Rechen, Freischneider, Einachsfräse, Kleinbagger oder Einsaathilfen ausgebracht werden. Für großflächige Saaten eignen sich der Einsatz von Pferd oder Kleinschlepper.

Die Saatzeiten richten sich nach der gewünschten Baumart und können ins Frühjahr (z.B. Edellaubhölzer) oder in den Herbst/Winter (z.B. Kirsche) fallen.

Forsttechnik und Saatgut

Das wichtigste für eine erfolgreiche Saat sind Qualität, Behandlung und richtige Ausbringung von Saatgut. Die Aufgabe der Saattechnik ist es, eine ausreichende, möglichst richtig dosierte Menge an Saatgut ohne Verletzung oder Schädigung der Saatgutqualität in der gewünschten Tiefe in den Boden zu bringen und somit optimale Startbedingungen für die Keimung zu ermöglichen.

Ein sensibles Thema ist auch bei den Saatverfahren die Bodenbefahrung. Bei zertifizierten Betrieben ist die Bodenbearbeitung ein weiterer Aspekt.

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