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Artikel

Autor(en): Lambert Weißenbacher
Redaktion: BFW, Österreich
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Tipps zur Saatgutgewinnung und Pflanzenanzucht der Douglasie

Douglasien-Zapfen
Eine Braunverfärbung der Zapfen und Samen gelten als Merkmale für die vollständige Ausreifung der Samen

Der Erfolg neuer Forstkulturen hängt wesentlich von den Eigenschaften der beernteten Altbestände ab, denn die genetischen Merkmale der Jungpflanzen werden bereits während der Reproduktion fixiert. Heranwachsende Sämlinge, die aus gut angepassten und genetisch vielfältigen Altbeständen entstammen, besitzen die Fähigkeit, sich rascher und besser an veränderte Umweltbedingungen anzupassen, und reagieren flexibler auf äußere Einflüsse (Frost, Schädlingsbefall, etc.). Damit trägt das verwendete Saatgut entscheidend zur Sicherung und Stabilisierung neuer Baumgenerationen bei.

Eine Saatgutbeerntung mit dem Ziel des In-Verkehr-Bringens von forstlichem Vermehrungsgut unterliegt in Österreich dem Forstlichen Vermehrungsgutgesetz (FVG 2003) und muss bei der Behörde (Bezirksforstinspektion) vor Beginn einer Beerntung angemeldet werden (siehe dazu Informationen des Bundesamtes für Wald).

Die Wetterlage beeinflusst den Zeitpunkt der Ernte

Jahreswitterung, Klima und Standort beeinflussen die Samenreife der Waldbäume. Entsprechend schlecht lassen sich exakte Erntetermine prognostizieren. Erfahrungsgemäß gelten bei der Douglasie (Pseudotsuga menziesii Franco) die Monate August und September in Österreich als Zeitpunkt der Samenreife. Im Einzelfall kann durch Aufschneiden der Zapfen, die Bestimmung des Wassergehalts sowie durch Form und Farbe der Samen der optimale Reifezeitpunkt eingeengt und der Erntetermin festgelegt werden. Eine Braunverfärbung der Zapfen und Samen gelten als Merkmale für die vollständige Ausreifung der Samen. Trockene Witterungslagen erleichtern die Beerntung und minimieren das Auftreten von Pilz- und Fäuleerregern.

Sorgfalt im Pflanzgarten sichert den Anwuchserfolg

Eine sorgfältige Vorbereitung des Saatbeetes ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Anzucht. Douglasiensämlinge stellen hohe physikalische und chemische Bodenansprüche. So müssen von vornherein Staunässe, Wasserüberschuss und schlechte Bodendurchlüftung vermieden werden, gegebenenfalls sind zur Bodenentwässerung Dränagen einzuziehen. Die Douglasie benötigt schwach saure Bodenreaktionen (idealer pH-Wert: 5,0 bis 6,5), kalkhaltige Böden sind unbedingt zu meiden. Frostgefährdete Lagen sind bei der Anlage von Saatbeeten bzw. für das Aufstellen von Containern auszusparen.

Douglasie zweijährig
Douglasien, zweijährig

Der ideale Aussaatzeitpunkt für Douglasiensamen ist Anfang Mai. Für die Anzucht der Pflanzen im Pflanzgarten haben sich zwei Varianten durchgesetzt. 

Wurzelnackte Pflanzen: Die Aussaat erfolgt im Saatbeet, im Regelfall werden die Pflanzen nach zwei Jahren verschult. Dies dient der Standraumerweiterung und geschieht im Verschulbeet. Die Pflanzen werden wurzelnackt versetzt. Diese Variante ist kostengünstiger als die Anzucht im Topf, hat aber den Nachteil der Austrocknungsgefahr während des Pflanzentransfers zur Kulturfläche, darüber hinaus ist eine aufwändige Lochpflanzung notwendig.

Topf- oder Containerpflanzen: Die Aussaat erfolgt in Containern, es ist keine Verschulung erforderlich. Die Pflanzen verbleiben bis zur Auspflanzung im Container und werden als Ballenpflanzen ausgebracht. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass im Pflanzgarten weniger Manipulationsarbeiten erforderlich und gleichzeitig höhere Anwuchsprozente zu erwarten sind. Nachteilig bei der Ballenpflanzenproduktion ist das höhere Kostenaufkommen.

Douglasien-Topfpflanzen, vierjährig
Douglasien-Topfpflanzen, vierjährig

Bei beiden Verfahren ist dem Wurzelzustand vor der Auspflanzung besondere Beachtung zu schenken. Einerseits führen zu kleine Container zu Deformationen im Wurzelbereich, andererseits können bei der Auspflanzung wurzelnackter Pflanzen mittels Winkelpflanzung nachhaltige Beeinträchtigungen des Wurzelsystems auftreten. In beiden Fällen ist die Stabilität der Bestände nachhaltig gefährdet.

Eine regelmäßige Beregnung und die Zugabe von Düngemitteln während der Vegetationsperiode ist erforderlich, wobei zu beachten ist, dass die Reduktion der Stickstoffdüngung im Herbst das rechtzeitige Verholzen der Pflanzen fördert und frosthärter macht. Wärmeeinbrüche im Spätwinter regen die Pflanzen oft zur Aufnahme der Assimilationstätigkeit an, Frosttrocknisschäden sind die Folge. Abhilfe erlangt man durch ein gezieltes Schattieren der Pflanzen.

Das Auspflanzalter der Jungpflanzen ist in der Regel dreijährig (2/1-er Pflanzen), vierjährig (2/2-er Pflanzen) oder fünfjährig (2/3-er Pflanzen). Zur Erläuterung: Die erste Zahl gibt Auskunft über den Zeitraum des Sämlings im Saatbeet, die zweite über den der Pflanze im Verschulbeet.

Ein ideales Auspflanzalter einer Pflanze anzugeben ist nicht Ziel führend, da es stark von den Bedürfnissen des Waldbesitzers abhängt. Allerdings ist anzumerken, dass jüngere, vitale, stufig gewachsene Pflanzen mit kleinerem Wurzelkörper bessere Anwuchseigenschaften im Freiland zeigen, sie leiden weniger unter dem so genannten Pflanzschock als übergroße Jungpflanzen mit ausgeprägten Wurzelsystemen.

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