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Artikel

Autor(en): Anton Burkart
Redaktion: WSL, Schweiz
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Kulturanleitungen für Waldbäume und Wildsträucher

Aus ökologischen und ökonomischen Gründen bevorzugen heute viele Förster die Naturverjüngung. Für ergänzende Pflanzungen braucht es weiterhin qualitativ hochstehendes forstliches Vermehrungsgut. Die Forschungsanstalt WSL hat ihre langjährigen Erfahrungen in der Nachzucht von Gehölzen in einem Bericht zusammengefasst.

Samenernte in luftiger Höhe
Abb. 1 - Am Anfang steht die Samenernte – manchmal in luftiger Höhe!
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 
Klengung, d.h. Trennung der Samen von ihren Fruchthüllen
Abb. 2 - Bei der sogenannten Klengung werden die Samen von ihren Fruchthüllen (Zapfen, Kapseln, Schalen, Hülsen, Beeren oder Flügel) getrennt.
Foto: Anton Burkart (WSL)

Gehölze vermehren sich in der Natur überwiegend generativ, also über Samen. Aus ökologischen, aber auch aus ökonomischen Gründen wird die Naturverjüngung heute stark gefördert. Sie führt zu einem Artenspektrum, welches in der Regel dem jeweiligen Standort optimal angepasst ist und sicherstellt, dass die genetische Vielfalt erhalten bleibt. Für ergänzende Pflanzungen von Waldbäumen und Wildsträuchern werden in der Schweiz zurzeit jährlich 1 bis 3 Millionen Forstpflanzen benötigt. Die zunehmende Klimaveränderung und die Sorge um die Erhaltung der biologischen Vielfalt haben in letzter Zeit wieder ein verstärktes Interesse an der künstlichen Waldverjüngung geweckt.

Die Beschaffung von qualitativ hochstehendem, forstlichem Vermehrungsgut für die künstliche beziehungsweise ergänzende Waldverjüngung, für die Renaturierung von Bachläufen sowie für die Anlage von Hecken und naturnahen Waldrändern braucht viel Erfahrung. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen bilden Waldbäume und Wildsträucher in der Regel nicht jedes Jahr Samen, zum andern ist die Samenernte sowohl am Boden als auch am stehenden Baum meist sehr aufwendig. Die Aufbereitung und Lagerung des Saatgutes der verschiedenen forstlichen Gehölzarten sowie deren Anzucht erfordern ein breites Fachwissen und handwerkliches Geschick. Schliesslich muss wegen der vielfältigen topographischen und klimatischen Gliederung der Schweiz eine grosse Anzahl angepasster Herkünfte (Provenienzen) nachgezogen werden, was den Aufwand vervielfacht.

Für die Saatgutbeschaffung, die Aufbereitung des Saatgutes sowie die Nachzucht von Gehölzen und seltenen Baum- und Straucharten sind heute neue technische Möglichkeiten gegeben, die vor einigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. Durch ein besseres Verständnis der physiologischen Prozesse, welche der Samenruhe bzw. dem Abbau derselben sowie der Keimung zugrunde liegen, und durch den Einsatz ausgeklügelter Baumschultechniken können heute viele Arten in grosser Pflanzenzahl nachgezogen werden, die früher als "schwierig zu vermehren" galten.

Erfahrungswissen in kompakter Form

Die im Bericht enthaltenen Kulturblätter vermitteln für die Forstpflanzennachzucht Grundlagen, die auf aktuellen Forschungsergebnissen basieren und im Feld erprobt wurden. Gerade letzteres ist für die Praxis besonders wertvoll, denn sowohl der Keimerfolg als auch die Vitalität der Jungpflanzen hängen weitgehend vom richtigen und fachmännisch angewendeten Aufbereitungsverfahren der Samen und von der geeigneten Anzuchtmethode ab.

Der Autor hofft, den Betreibern von Forstbaumschulen mit diesen während vieler Jahre zusammengetragenen Erhebungen, Beobachtungen und Erfahrungen ein Rezeptbuch zu geben, welches ihnen die nicht ganz einfache Arbeit bei der Nachzucht von Forstgehölzen erleichtert.

     
Lagerung der verschiedenen Samen Keimung  
Abb. 3 - Lagerung der Samen unter kühlen, trockenen und dunklen Bedingungen mit sauberer Dokumentation.
Foto: Anton Burkart (WSL)
Abb. 4 - Keimprobe zur Prüfung der Keimfähigkeit.
Foto: Anton Burkart (WSL)
 
     
Ansaat in vorbereiteten Beeten Jungbäume  
Abb. 5 - Aussaat in vorbereiteten Beeten.
Foto: Anton Burkart (WSL)
Abb. 6 - Vierjährige Fichten.
Foto: Anton Burkart (WSL)
 
     

Liste der im Bericht enthaltenen Baumarten

  • Nadelbäume
  • 01   Abies alba   Weisstanne
  • 02   Abies grandis   Küstentanne
  • 03   Abies nordmanniana   Nordmannstanne
  • 04   Ginkgo biloba   Ginkgo
  • 05   Juniperus communis   Wacholder
  • 06   Larix decidua   Europäische Lärche
  • 07   Larix kaempferi   Japanische Lärche
  • 08   Picea abies   Fichte
  • 09   Picea omorika   Serbische Fichte
  • 10   Pinus cembra   Arve
  • 11   Pinus mugo   Bergföhre
  • 12   Pinus nigra   Schwarzföhre
  • 13   Pinus strobus   Weymouthsföhre
  • 14   Pinus sylvestris   Föhre
  • 15   Pseudotsuga menziesii   Douglasie
  • 16   Sequoiadendron giganteum   Mammutbaum
  • 17   Taxus baccata   Eibe
  • 18   Thuja plicata   Lebensbaum

  • Sträucher
  • 61   Amelanchier ovalis   Felsenbirne
  • 62   Berberis vulgaris   Berberitze
  • 63   Buxus sempervirens   Buchs
  • 64   Cornus mas   Kornelkirsche
  • 65   Cornus sanguinea   Hartriegel
  • 66   Corylus avellana   Haselnuss
  • 67   Cotinus coggygria   Perückenstrauch
  • 68   Cotoneaster integerrimus   Gemeine Zwergmispel
  • 69   Crataegus laevigata   Zweigriffliger Weissdorn
  • 70   Crataegus monogyna   Eingriffliger Weissdorn
  • 71   Daphne mezereum   Seidelbast
  • 72   Euonymus europaea   Pfaffenhütchen
  • 73   Euonymus latifolia   Breitblättriger Spindelstrauch
  • 74   Fangula alnus   Faulbaum
  • 75   Hedera helix   Efeu
  • 76   Hippophaë rhamnoides   Sanddorn
  • 77   Ilex aquifolium   Stechpalme
  • 78   Laburnum anagyroides   Goldregen
  • 79   Ligustrum vulgare   Liguster
  • 80   Lonicera alpigena   Alpenheckenkirsche
  • 81   Lonicera caerulea   Blaue Heckenkirsche
  • 82   Lonicera nigra   Schwarze Heckenkirsche
  • 83   Lonicera xylosteum    Gemeine Heckenkirsche
  • 84   Mespilus germanica   Mispel
  • 85   Prunus mahaleb   Felsenkirsche
  • 86   Prunus spinosa   Schwarzdorn
  • 87   Rhamnus catharticus   Kreuzdorn
  • 88   Ribes alpinum   Alpenjohannisbeere
  • 99   Rosa canina   Hundsrose
  • 90   Sambucus nigra   Schwarzer Holunder
  • 91   Sambucus racemosa   Traubenholunder
  • 92   Sorbus chamaemespilus   Zwergmehlbeere
  • 93   Staphylea pinnata   Pimpernuss
  • 94   Viburnum lantana   Wolliger Schneeball
  • 95   Viburnum opulus   Gemeiner Schneeball
  • Laubbäume
  • 19   Acer campestre   Feldahorn
  • 20   Acer opalus   Schneeballblättriger Ahorn
  • 21   Acer platanoides   Spitzahorn
  • 22   Acer pseudoplatanus   Bergahorn
  • 23   Aesculus hippocastanum   Rosskastanie
  • 24   Alnus glutinosa   Schwarzerle
  • 25   Alnus incana   Weisserle
  • 26   Alnus viridis   Grünerle
  • 27   Betula pendula   Weissbirke
  • 28   Betula pubescens   Moorbirke
  • 29   Carpinus betulus   Hagebuche
  • 30   Castanea sativa   Edelkastanie
  • 31   Corylus colurna   Baumhasel
  • 32   Fagus sylvatica   Buche
  • 33   Fraxinus excelsior   Esche
  • 34   Fraxinus ornus   Blumenesche
  • 35   Juglans nigra   Schwarznuss
  • 36   Juglans regia   Walnuss
  • 37   Malus sylvestris   Wilder Apfel
  • 38   Ostrya carpinifolia   Hopfenbuche
  • 39   Populus tremula   Aspe
  • 40   Prunus avium   Vogelkirsche
  • 41   Prunus domestica   Wilde Zwetschge
  • 42   Prunus padus   Traubenkirsche
  • 43   Pyrus pyraster   Wildbirne
  • 44   Quercus petraea   Traubeneiche
  • 45   Quercus pubescens   Flaumeiche
  • 46   Quercus robur   Stieleiche
  • 47   Quercus rubra   Roteiche
  • 48   Robinia pseudoacacia   Robinie
  • 49   Sorbus aria   Mehlbeere
  • 50   Sorbus aucuparia   Vogelbeere
  • 51   Sorbus domestica   Speierling
  • 52   Sorbus hybrida   Bastard-Eberesche
  • 53   Sorbus intermedia   Oxelbeere
  • 54   Sorbus latifolia   Breitblättrige Mehlbeere
  • 55   Sorbus torminalis   Elsbeere
  • 56   Tilia cordata   Winterlinde
  • 57   Tilia platyphyllos   Sommerlinde
  • 58   Ulmus glabra   Bergulme
  • 59   Ulmus laevis   Flatterulme
  • 60   Ulmus minor   Feldulme

Video: Die Samenklengtrommel

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