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Artikel

Autor(en): Olaf Schmidt
Redaktion: LWF, Deutschland
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Asiatische Hornisse nun auch in Deutschland

Asiatische Hornisse
Abb. 1: Die Asiatische Hornisse Vespa velutina nigrithorax ist etwas kleiner als unsere heimische Hornissenart (Foto: D. Descouens, wikipedia).

Erstmals wurde nun im September 2014 die Asiatische Hornisse auch in Deutschland in der Nähe von Karlsruhe gefunden. Im Nachbarland Frankreich breitet sich dieses Insekt bereits seit 2004 aus. Aus der Gegend von Bordeaux aus hat sie bis 2009 fast den gesamten Südwesten Frankreichs besiedelt. Einzelvorkommen sind inzwischen auch aus dem Burgund, aus dem Großraum Paris und der Bretagne bekannt. Dabei hat sich gezeigt, dass von den sieben Unterarten der Asiatischen Hornisse in Frankreich nur die Unterart Vespa velutina nigrithorax auftritt. Diese Unterart soll weniger aggressiv als andere Unterarten dieser Hornisse sein. Allerdings zeigt sich die Asiatische Hornisse in der Nähe ihres Nestes angriffslustiger als unsere einheimische Hornisse Vespa crabro.

Die Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse erreichen eine Größe von 2,4 Zentimetern, die Königin eine Größe von drei Zentimetern und sind damit etwas kleiner als unsere heimische Hornisse. Als Besonderheit ist festzuhalten, dass die elliptischen, bis zu ein Meter hohen und 80 Zentimieter breiten Nester frei in den Kronen von Bäumen gebaut werden. Dabei befinden sich 90 Prozent der Nester deutlich über zehn Metern Höhe. Bei dichter Belaubung sind diese kaum zu entdecken und fallen erst nach dem Laubfall im Herbst auf.

Zur Aufzucht ihrer Larven erbeutet die Asiatische Hornisse wie auch unsere Hornisse vor allem andere Insekten. Allerdings machen bei dieser Art Honigbienen oft 80 bis 85 Prozent der Beute aus. Daher wird eine weitere Verbreitung dieser Art in Deutschland durch die Imker sehr kritisch gesehen. Allerdings muss man festhalten, dass starke Honigbienenvölker, bei denen eine Königin bis zu 2.000 Eier am Tag legt, diese auftretenden Verluste durch Hornissen verschmerzen können.

Der Fund der Asiatischen Hornisse in Karlsruhe zeigt, dass wir uns auch in Deutschland ernsthaft mit dieser Art auseinander setzen müssen. Leider ist in der Berichterstattung bereits eine Verwechslung mit der Japanischen Hornisse (Vespa mandarinia), die mit einer Größe der Königin von bis zu 5,5 Zentimetern als eine der größten Hornissenarten der Welt gilt, eingetreten.